Rezension verfasst vor 2 Monaten
(8)
Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, was ich an dem Buch nun gut und was schlecht finde. Ich versuche trotzdem mal mein Empfinden in Worte zu packen.
Zum Einen war ich sehr angenehm überrascht, daß Sarah Kuttner offensichtlich nicht nur recherchiert hat, sondern ganz offensichtlich weiß, wovon sie hier schreibt. Ihre Beschreibungen des Krankheitsbildes eine ausgewachsenen Depression, fand ich, als eine die es wissen muß, sehr stimmig, sehr passend und sehr treffend. Hier und da fühlte ich mich ertappt, weil ich die gleichen kleinen Selbstbetrugsversuche an den Tag gelegt habe, nur um damals nicht zugeben zu müssen, krank zu sein.
Dafür also ein dickes Plus.
Dummerweise mag ich aber nun Sarah Kuttners nervig joviale plaudertaschige Art überhaupt nicht und mit dieser hält sie leider auch im Buch nicht hinterm Berg, so daß ich die Hauptfigur stellenweise schütteln, treten und schlagen oder ihr auch einfach nur den Mund zu halten wollte. Dazu kommt eine auf mich recht negativ wirkende Langatmigkeit. Karo die Protagonistin kommt einfach nicht in die Puschen und während der Leser schon lange erkannt hat, was der nächste Schritt sein wird, dümpelt sie noch auf dem vorherigen Genesungslevel herum.
Schade, etwas mehr Tempo hätte dem Buch nicht geschadet.
Trotzdem bin ich überzeugt hier ein eigentlich gutes Buch gelesen zu haben, allein schon, weil es das Krankheitsbild dem Laien auf verständliche Art und gefühlvoll rüber bringt. Ok, es war vielleicht nicht sinnvoll, daß ich mich selbst dann ein wenig in meine grad recht miese Stimmung reingesteigert habe, aber ein Buch, daß in einem Gefühle auslöst ist doch eigentlich immer ein gutes Buch, egal ob es nun ganz schrecklich trendignervige Wortschöpfungen enthält oder nicht..
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