KURZ UND KNAPP ... Sarah Lark hat hier eine bezaubernde Geschichte erschaffen, die man gerne liest und, wenn man das Genre mag, wirklich genießen kann. Es wird nicht langweilig, denn die Familien bieten unglaublich viel und eine unglaubliche Geschichte. Dazu wird dem Leser ein einzigartiger Schauplatz geboten, samt Uhreinwohner und deren Kultur. Von mir gibt es dafür drei Punkte mit einem dicken Herzen, denn ich kann mich nicht völlig von dem Genre begeistern lassen, da erscheinen mir vier zu viel. Doch hat es mir viel Spaß bereitet.
FÜR DIE AUGEN ... Es gibt einige verschieden Cover für dieses Buch und mir gefällt 'meines'. Es macht neugierig auf das unbekannte, neue Land, dass einem dargeboten wird. Auch die Aufmachung mit der Karte finde ich eine tolle Idee. Das neue Cover dagegen passt zwar super zu den weiteren Bänden, doch wirkt es auf mich recht durchschnittlich. Die Farben sind zwar schön und einladend, doch würde ich nicht nach dem Buch greifen wollen.
MEIN GEQAURKE ...
Die Idee hat mir sehr gefallen, besonders, weil ich ein riesiger Neuseeland-Fan bin. Außerdem wollte ich einfach mal etwas neues ausprobieren und da kam mir das Buch recht gelegen. Es ist wirklich schön zu erleben, wie die beiden jungen Frauen ein neues Leben anfangen und trotz ihrer gesellschaftlichen Unterschiede kreuzt sich ihr Weg und es entsteht eine tiefe Freundschaft. Außerdem ist es schön die Anfänge in Neuseeland mitzuerleben, wie dort die ersten Einsiedler kamen und auch die Maori (Ureinwohner Neuseelands) kommen nicht zu kurz. Mit dem Buch kann man sogar einige Worte Maori lernen, was ich sehr amüsant fand, besonders, da es eine sehr eigenwillige Sprache ist. Zum Beispiel gibt es einen Berg auf der Nordinsel, der einen unglaublich langen Namen auf Maori hat: taumatawhatatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoroukupokaiwhenuakitanatahu. Mir hat die Idee jedenfalls sehr gut gefallen und die Umsetzung ist auch wirklich gut gelungen. Wer dieses Genre liebt und sich daran ergötzen kann, der wird sicherlich seinen Spaß daran haben.
Sarah Lark hat ihre Figuren mit sehr viel Liebe erschaffen. Es macht Spaß mehr über sie zu erfahren und mit ihnen zu leiden. Es gibt einfach so viele Figuren, die man mehr oder weniger in sein Herz schließt.
An erster Stelle ist dort die Gouvernante Helen, die ich von Anfang an sehr gemocht habe. Besonders schon wegen ihrer beiden Schülern. Man lernt ihre Art zu schätzen, auch, wenn sie doch recht unsympathisch in Neuseeland wirkt. Das liegt zum einen an den Kulturschock, denke ich mal, und daran, dass sie das Landleben gar nicht kennt. Doch, die Tatsache, dass sie es nach Jahren immernoch nicht wirklich mag, macht sie ungemein sympathisch. Helen bleibt sich treu und das ist wirklich schön. Sie war in meinen Augen immer Gwyneiras große Schwester und Freundin.
Gwyneira ist das genaue Gegenteil von Helen. Sie kommt aus der feinen Gesellschaft und ist eine geborene Rebellin, die ihrer Zeit teilweise voraus ist. Am Anfang war sie recht anstrengend und sie kam einem recht unsympathisch vor, das auf den Weg nach Neuseeland wächst sie einem unglaublich ans Herz und man bewundert sie für ihren Mut und ihre Art.
Man muss sagen, dass Helen und Gwyneira in Neuseeland in den ersten Monaten ihren Charakter tauschen, denn Helen wurde mir richtig nervig und Gwyneira sympatisch. Ganz komisch.
Man muss aber auch die Mädchen aus dem Waisenhaus erwähnen, die man wie Helen ins Herz schließt. Es tut richtig weh sie abzugeben und gleichzeitig freut man sich, dass einige ein besseres Leben haben werden als in London. Die Männer in Christchurch sind aber auch nicht ohne. Angefangen bei Mr. O'Keefe, der trotz seiner rührenden Briefe wirklich beängstigend ist. Mr. Warden dagegen hat mir sehr gefallen, doch sobald man in seiner Heimat war, schien die Person völlig ausgewechselt zu sein und für beide Männer tat es mir leid, als man wusste, weshalb sie zerstritten waren. Es gibt so viele Personen und man könnte unglaublich viel zu ihnen sagen, doch muss man es selber erleben, wie sie miteinander argieren.
Frau Lark hat einen angenehmen Schreibstil. Sie schafft es den Leser in das alte London zu entführen und anschließend sich auf den Weg ins ferne Neuseeland machen zu wollen. Man spürt richtig das Fernweh und will gleich mit in das ferne Neuseeland. Die Autorin vermittelt einem das Gefühl dabei zu sein, bei den frühen Anfängen neuseelands und das lässt die Geschichte gleich realistischer wirken.
Ich muss zugeben, dass ich mir gerne mehr von George gewünscht hätte oder gar ein Buch, das seine Geschichte erzählt. Nach den ersten Seiten war er für mich ein vielversprechender Charakter. Und teilweise spukte mir immer wieder 'Sturmhöhe' im Kopf herum, da gewisse Parallelen vorhanden sind. Aber die sind wirklich gering, denn das Buch ist anders und kann wirklich begeistern. Besonders toll ist es einfach, wegen den Maori, sie kamen selber nicht zu kurz. Auch, wenn sie eher zweitrangig waren, so muss ich mein Lob aussprechen, dass man sich wirklich mit ihnen befasst hat und auch ihren Stämmen und deren Kultur.