Leser-Rezension zu „Das Kind” von Sebastian Fitzek
am 3.02.2012
Der dritte Fitzek: Felix, Sohn des erfolgreichen Anwaltes Robert Stern ist vor zehn Jahren an plötzlichem Kindstod gestorben und nun trifft Robert auf einen zehnjährigen Jungen namens Simon Sachs, der an Krebs erkrankt ist und ihm beweist, dass er in seinem früheren Leben ein Mörder war. So beginnt die Geschichte mit dem schwierigen Thema Wiedergeburt und ein Leben nach dem Tod bis hin zu Kinderpornographie und das alles auf 400 Seiten. Bei mir entstand der Eindruck, dass die Charaktere etwas zu kurz gekommen sind, damit der Autor dem komplexen Thema irgendwie gerecht werden konnte. Ihnen fehlt es meiner Meinung nach spürbar an Tiefe, wodurch ich ihr Tun und Handeln manchmal als etwas konstruiert empfand. Dieses Mal jagt uns Fitzek durch Berlin und ich kam nicht umhin, mir die Frage zu stellen, ob das hohe Tempo dazu dient, dem Leser nur wenig Zeit zum Nachdenken zu geben, damit kleine Ungereimtheiten im Plot untergehen. Trotzdem ist „Das Kind“ auf jeden Fall lesenswert, wenn man sich auf das Thema Wiedergeburt, gut verpackt in einen soliden, schnellen und unterhaltsamen Krimi mit Überraschungseffekten, einlassen möchte.

