Leser-Rezension zu „Der Augensammler” von Sebastian Fitzek

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Verfasst von Leserrezension2010
am 23.08.2010
 

A115 Der Augensammler von Sebastian Fitzek Kategorie: Allgemein

Titel: Der Augensammler
Autor: Sebastian Fitzek
VÖ: Juni 2010
Einband: Hardcover
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 400
Sprache: deutsch
Genre: Roman, Psychothriller
Übersetzt von: -
ISBN: 978-3-426-19851-3

Bei Kinderspielen folgen Kinder ihrem Spieltrieb und lernen auf spielerische Art und Weise ihr Sozialverhalten und entwickeln ihre Persönlichkeit.
Dabei werden sie auch in die Situation der Rollenverteilung kommen.
Bin ich schüchtern oder direkt? Gebe ich das Wort an oder folge ich jemanden, der auf mich imposant wirkt?
Ein beliebtes Spiel ist hierbei das Verstecken: Jemand versteckt sich und muss dann gefunden werden. Meist wird vorher ein Abzählreim genutzt, nach dessen Ende alle ein Versteck gefunden haben müssen, damit das eigentliche Suchen beginnen kann. Wenn alle gefunden sind, ist das Spiel beendet und kann von vorne beginnen.
Der Mörder aus Sebastian Fitzeks „Der Augensammler“ bedient sich ebenfalls dieses Spiels, allerdings mit einer ganz eigenen makaberen Version und er ist definitiv der dominante Part.

Der Journalist Alexander Zorbach steht im Mittelpunkt des Geschehens.
Einst eine erfolgreicher Polizist, ist er nun auf der Suche nach guten Informationen anstatt Mörder zu jagen. Trotz seines Erfolges bei der Presse, ist seine Familie zerbrochen und gerade unter der körperlichen Trennung hat er arg zu leiden.
Seitdem der „Augensammler“ in sein journalistisches Interesse geraten ist, versucht er alles um den Fall zu lösen und sich von seinen familiären Problemen abzulenken. Aber dadurch wird es immer schlimmer, gerade weil der „Sammler“ es auf Familien mit Kindern abgesehen hat.
Seltsamerweise hat er bei seinen Recherchen manche Daten und Details schon vor der Polizei auf seinem Notizblock stehen und so kommt es, dass er schnell ins Visier der Fahndung gerät.
Als dann auch noch die blinde Psychotherapeutin Alina Kontakt zu ihm aufnimmt und behauptet den Serienkiller zu kennen, gerät alles aus den Fugen.

Sebastian Fitzek hat einen sehr mitreißenden Schreibstil. Man liest sich schnell in das Buch ein und ist direkt drin im Geschehen. In diesem Buch hat er noch eine Besonderheit eingebaut. Die Kapitel laufen nicht numeral vorwärts, sondern rückwärts.
Warum er diesen Effekt eingebaut hat, lässt sich schnell erklären.
Der „Augensammler“ hat den Tick, seinen Opfern eine Stoppuhr in die Hand zu legen. Sobald die Ermittler nun die Leiche gefunden haben, beginnt die Uhr rückwärts zulaufen. Exakt 45Stunden um das Kind zu finden, was er irgendwo sehr gut versteckt hat. Ist die Zeit abgelaufen, muss das Kind sterben und die Polizei hat verloren.
Diesem spannenden Zeitraffer bedient er sich sehr geschickt. Passend dazu, ist am Kapitelanfang immer die übrige Zeit notiert und so fiebert man hautnah mit den Charakteren mit.

Des weiteren wechselt er stetig zwischen den Ansichten. Ist das Kapitel aus der Perspektive eines Protagonisten gehalten, steht ein kleiner Vermerk am Anfang. Allerdings ist nur Alexander Zorbachs Perspektive in der Ich-Form erzählt. Dadurch bekommt man zu ihm automatisch einen näheren Kontakt und glaubt fast mit ihm per Du zu sein.

Im gesamten Buch hofft man immer wieder Hinweise auf den Täter zu finden. Sieht in Personen den Mörder, denkt sich DAS muss er sein, aber die Spur läuft immer ins Leere.
Dadurch baut sich natürlich die Spannung stark auf, weil man wissen möchte, wer denn nun der „Augensammler“ ist, der allen immer einen Schritt voraus ist.
Letztendlich bekommt man einen einzigen Hinweis, ganz versteckt im Text, den man schon fast übersieht, der einen 100prozentig wissen lässt wer der makabere Mörder ist.
Aber um den zu finden, muss man das Buch auch ganz genau lesen.
Was sich auf jeden Fall lohnt und am Ende natürlich nicht heißt, dass alles nun so läuft wie die Ermittler sich wünschen und erhofft haben.

Für Freunde von Sebastian Fitzek ist dieses Buch sowieso ein muss. Für alle anderen ein spannender Psychothriller, wie man ihn selten von einem deutschen Autor geboten bekommt.

 

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Der Augensammler Der Augensammler
Sebastian Fitzek

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Der Augensammler
von Sebastian Fitzek

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