Leser-Rezension zu „P. S. Ich töte dich” von Sebastian Fitzek
am 22.01.2012
Das Dumme an Kurzgeschichtensammlungen? Es wird immer Geschichten im Buch geben, die einen nicht ansprechen. Das ist völlig normal, zieht das Gesamtwerk aber leider immer etwas runter.
Doch glücklicherweise waren die Geschichten, die ich persönlich als eher schlecht empfand, hauptsächlich die ersten - sodass ich den "schlimmsten Teil schnell hinter mir hatte".
Besonders gut fand ich Markus Heitz mit "Ein ehrenwertes Haus" (auch wenn das Ende zu viel verraten hat, finde ich), "Wünsche für Alison" von Steve Mosby und "Monopoly" von Judith Merchant (das Ende ist wirklich gewaltig gut!). Wobei diese nicht gegen den Gruselfaktor der letzten drei Geschichten ankommen!
Bei der letzten Geschichte - die ja eigentlich der Prolog für ein im Herbst kommendes Buch ist - musste ich zu anfangs noch echt schmunzeln. Das Verhalten, die Gedanken des Mädchens sind wirklich haargenau dieselben, wie es bei mir in dem Alter gewesen war (abgesehen von der letztendlichen Tat natürlich). Man fühlt sich mit 13 erwachsen, will von den Eltern nicht mehr bevormundet werden. Großes Kompliment an den Herrn Fitzek für diese echt geniale Darstellung. Das Ende hat mich dann aber doch sehr schockiert - das Buch werd ich mir wohl kaufen.
Was ich aber auch echt interessant fand, waren die Handschriften. Trägt zwar zum Inhalt nicht viel bei, aber es ist doch ganz interessant, mal die Schrift des jeweiligen Autors zu sehen. Besonders interessiert hat mich die von Markus Heitz - denn die musste ich erstmal mit meinem signierten Buch vergleichen :)
Also im Ganzen hätte es schlimmer kommen können, aber die volle Punktzahl gibt es wegen den paar Ausfällen am Anfang nicht. Ich hab noch überlegt, ob ich 3 oder 4 Sterne geben soll - eigentlich wären dreieinhalb perfekt - und hab mich letztendlich für 4 entschieden, weil ich die Idee mit den Handschriften echt originell finde.
Und, was ich auch noch gut finde, ist dass es (fast) ausschließlich Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren sind. So hat jede einzelne ihren ganz eigenen Charme und es kommt keine Langeweile auf - da ja jeder Autor anders schreibt.

