Leser-Rezension zu „Gegen jede Regel” von Sebastian Stammsen

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Verfasst von thought
am 21.10.2010
 

Inhalt
Der erste Satz: „die Leiche lag mitten im Wohnzimmer“
So schaffte es Sebastian Stammsen auch in diesem Buch, den Leser spontan, schnell und unaufhaltsam mit der Ausgangssituation zu konfrontieren, ohne langes Vorgeplänkel.
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Der 17jährige Tobias wird zu Hause erstochen aufgefunden.
Gleich mehrere Motive bieten sich an:
Er spielte ein E-Mail-Spiel, in dem man nur durch Lügen und Intrigen gewinnen kann. Als Computerfreak fällt es ihm nicht schwer, selbst dabei nicht ganz fair zu spielen.
Gleichzeitig war er ein Genie, was das Komponieren und Spielen von Musikstücken angeht. Seine Band lag ihm nicht nur deshalb praktisch zu Füßen.
Ganz nebenbei war er für Frauen das, was Licht für Motten ist: Magisch anziehend.
Die Ermittlungen beginnen und die beiden Kriminalkommissare Markus Wegener und Nina Gerling stehen vor einem Rätsel. Und vor einem Spiel, in dem offenbar keine Regeln gelten.
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Eindruck
Tobias tritt zu keinem Zeitpunkt lebend in Erscheinung, dennoch schafft es der Autor ein so vielschichtiges, interessantes Profil zu zeichnen, dass bei mir oft der Wunsch aufkam, diesen unfassbar tollen Typ kennen zu lernen. Ein junger Mann, der einerseits Außenseiter, andererseits der Traum der Frauen in verschiedenen Altersklassen war.
Zwischendurch erschien mir das Bild aber etwas überzogen – so vielseitig, viel beschäftigt, hochtalentiert und beliebt war schon fast zu viel des Guten. Aber es passte in die weitere Handlung, die aus vielen verschiedenen Extremen bestand.
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Sehr angenehm ist der Mix aus maßvollen Informationen zu den persönlichen Hintergründen Wegeners (das Buch ist aus seiner Sicht geschrieben), und der klare Fokus auf den Mordfall. Die Ermittlungen und die Aufklärung stehen deutlich im Vordergrund und werden geschickt und logisch aufgebaut. Gekonnt führte mich der Autor mehr als einmal auf die völlig falsche Spur, ohne DAS deutliche Motiv vorzuschlagen.
So musste ich bis zum bitteren Ende mitfiebern und -rätseln, wer letztendlich der Täter war. Bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung und war umso überraschter. Aber es ist logisch, so logisch, dass ich mich wahnsinnig ärgerte, nicht selbst auf die Idee zu kommen.
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Markus Wegener und Nina Gerling werden als ruhiges, gut funktionierendes und sympathisches Ermittlerduo vorgestellt. Zwei bodenständige Ermittler, die mit Professionalität und Freundlichkeit auskommen. Keine cholerisch tobende, fluchende, saufende und finstere Zeitgenossen, die einem in anderen Büchern schon mal über den Weg laufen. Von den beiden würde ich zu gern noch weitere Bücher lesen.
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Fazit
ein sehr gut strukturierter, logisch aufgebauter Krimi mit der richtigen Portion Spannung über fast 400 Seiten. Gerne mehr davon

 

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Gegen jede Regel Gegen jede Regel
Sebastian Stammsen

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Gegen jede Regel
von Sebastian Stammsen

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