Leser-Rezension zu „Operation Westwind” von Sebastian Stammsen
am 18.04.2010
Die nächtliche Idylle im England des Jahres 1963 trügt. Denn die Vergangenheit des 2. Weltkrieges und die damit verbundenen Erlebnisse im nationalsozialistischen Deutschland holen Chris Steele und seine Familie ein. Mitten in der Nacht werden sie von einem Spezialkommando überfallen, deren Auftraggeber weiterhin an den Nationalsozialismus glaubt und dafür über Leichen geht...
Sebastian Stammsen hat mit "Operation Westwind" ein Debut hingelegt, wie man ihn nicht alle Tage erlebt. Bereits von der ersten Seite an knausert er nicht an Action und Feuerkraft. Die Spannung steigt augenblicklich von null auf hundert und zieht den Leser in einen Sog, der ihn nicht mehr loslässt. Dies lässt sich auch dadurch erklären, dass der Autor auf große Ausschmückungen und Nebenschauplätze verzichtet. So gewinnt der Thriller unheimlich an Fahrt.
Der Thriller lebt aber nicht nur von Action, sondern auch von seinen Charakteren, die mit ihren verschiedenen Lebensgeschichten, Gefühlen und Handlungen überaus glaubwürdig und real rüberkommen. Der Leser reist an ihrer Seite nicht nur in die Vergangenheit des Jahres 1945, sondern auch ins Berlin des Jahres 1963, wo John F. Kennedy eine Rede hält.
Der Autor hat sich an realen Begebenheiten orientiert und diese geschickt mit seiner Handlung verbunden, so dass alles ein einziges Bild ergibt. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt und der Leser fragt sich das ein oder andere Mal "was wäre wenn...?"
Flüssig lesbar, spannend, unterhaltsam, gut recherchiert und alle Erzählstränge logisch zusammengeführt. Dies alles zusammen ergeben ein paar schöne und rasante Lesestunden.

