Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Zum eigentlichen Inhalt und Verlauf von „Operation Westwind“ wurde m.E. bereits genügend geschrieben, so dass ich auf weitere spezielle inhaltliche Details verzichten und im Großen und Ganzen nur meinen persönlichen Eindruck wiedergeben möchte.
Die Verknüpfung historischer Fakten mit fiktiver Geschichtsschreibung ist dem Autor aus meiner Sicht wirklich sehr gut gelungen. Die Rückblenden in die letzten Kriegsmonate des Jahres 1945 nach Mitteldeutschland bilden den eigentlichen Ausgangspunkt der Geschichte und führte mich, den begeisterten Leser in die Hochphase des Kalten Krieges nach West- Berlin des Jahres 1963 , wo sich die einstigen und unversöhnlichen Gegenspieler , an der gesellschaftlichen Trennlinie zwischen West/Ost wieder gegenüberstehen.
Die detaillierte psychologische Beschreibung der Charakterzüge, Stärken und Schwächen der einzelnen Figuren hat mir besonders gefallen, selbst die Beschreibung der beiden Hunde Hera und Zeus hat mich begeistert. Meine Lieblingsfigur im Roman war Markus, der Sohn des ehemaligen Sturmbannführer Reimann , dem Gegenspieler und Erzfeind von Christan von Stahl aus Zeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Obwohl anfänglich noch nicht ganz klar ist, für welche Richtung sich Markus entscheiden wird, finde ich die Entwicklung seiner Figur besonders interessant. Erste zaghafte Versuche gegen seinen arroganten, gefühlskalten Vater aufzubegehren und sich aus dessen Schatten und Einfluss zu lösen, ließen jedoch schon frühzeitig vermuten, dass er sich durchaus in eine positive Richtung entwickeln wird, was sich ja letztendlich auch bestätigt hat.
Die Actionszenen, am Anfang der Geschichte beim Überfall eines Elitesonderkommandos auf den englischen Landsitz von Christian , Monica und deren Kinder Fiona und Tim, sowie später am Ende., die Befreiungsszene nach der Entführung im Bunker und Geheimlabor von Reimann und Greiwinkel haben mir persönlich weniger gefallen, obwohl diese natürlich sehr wichtig für den Verlauf und das Gesamtverständnis der Geschichte waren.
Fazit: Ein flüssig lesbarer, grandios geschriebener, gut strukturierter und recherchierter Erstlingsthriller. Die einzelnen Erzählstränge werden logisch zusammengeführt. Kleinere, manchmal etwas unrealistische Szenen tun dem positiven Gesamtbild jedoch keinen Abbruch. Cliffhänger und häufige Perspektivwechsel lassen Langeweile und Überlängen erst gar nicht aufkommen. Ein Debüt, das sich keineswegs hinter Werken vieler PR-Bestsellerautoren zu verstecken braucht und auf weitere spannende Bücher aus der Feder von Sebastian Stammsen hoffen lässt. Sehr empfehlenswert.
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