Leser-Rezension zu „Querschläger” von Silvia Roth
am 5.11.2011
Ein normaler Dienstagmorgen am Clemens Brentano Gymnasium in Wiesbaden. Doch dieser Tag sollte letztendlich alles verändern. Ein vermummter Täter geht durch die Schule, erschießt elf Menschen und tötet sich anschließend selbst.
Winnie Heller und Hendrik Verhoeven vom LKA werden mit dem Fall betraut, denn schnell ist klar, dass der Amokschütze nicht allein gehandelt haben kann.
Der Amoklauf an einer Schule. Ein Szenario, das in den letzten Jahren leider immer wieder zur Realität wurde. Daher fand ich es interessant wie Silvia Roth diese, nicht gerade einfache Thematik, in einem Kriminalroman verarbeitet. Was die eigentliche Tat betrifft, ist die Umsetzung der Autorin auch hervorragend geglückt. Sie beleuchtet sowohl die Täter-, als auch die Opferseite sehr respektvoll und verzichtet dabei auf unnötige Effekthascherei.
Leider gibt sich die Autorin aber nicht damit zufrieden. Vielmehr baut sie noch eine zweite Geschichte in die Handlung ein, welche für mich dann einen mehr als haarsträubenden Zusammenhang mit dem Amoklauf hat und es dabei auch noch schafft die Glaubwürdigkeit der meisten Protagonisten ins Lächerliche und Unverständliche zu ziehen. Es gelingt zwar durch diese, anfangs nur nebensächliche Handlung, die Spannungsmomente noch zu verstärken, aber meiner Meinung nach hätte der Roman darauf, vor allem angesichts der tragischen Grundthematik, gut und gerne verzichten können.
Am Schreibstil von Silvia Roth lässt sich dagegen gar nichts aussetzen. Flüssig und in leicht verständlicher Sprache war „Querschläger“ eine sehr angenehm zu lesende Lektüre.

