Inhalt:
Auf der legendären Body Farm in Knoxville, Tenneesee, will Dr. David Hunter sein Leben neu ordnen. Nach seinem letzten Fall steht sein ganzes Leben Kopf und in den USA will er überlegen, ob er seinen Job weiterführen kann und will. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, führt sein Mentor Tom Liebermann ihn trotz vieler Widerstände in eine Ermittlung um einen vermeintlichen Serienmörder ein. Doch auch dieser Fall erweist sich als härter, als jemals vermutet...
Meine Meinung:
Mittlerweile sind wir beim 3. Teil um den sympathischen Anthropologen David Hunter, der dieses Mal nicht in einem abgeschiedenen Örtchen spielt, sondern in den USA auf der wirklich existierenden Body Farm, einem Ort zum Studieren der menschlichen Verwesung. Durch diesen amerikanischen Hauch gefiel mir das Buch auch sehr gut, denn ich kann mich immer nur schwer mit den englischen Begebenheiten und Arten anfreunden, auch wenn ich das jetzt nicht genauer beschreiben kann. So hat mir der Ausflug in die USA sehr gefallen.
Nach radikalen Einschnitten in sein Leben weiß Hunter nicht mehr weiter und fragt sich wieder einmal, ob er seinen Job überhaupt noch machen will. Von allem abgekapselt erhofft er sich in seinem früheren Studienort Ruhe und eine Antwort.
Doch sein Mentor und Freund Tom Liebermann ist gesundheitlich angeschlagen und so lässt David sich überreden, ihn bei einem Mordfall zu helfen – eine grausam zugerichtete Leiche wurde gefunden.
Dort trifft er auf unsympathische Menschen, bei denen er nur auf Ablehnung stößt, sei es der leitende TBI (Tennesee Bureau of Investigation) –Agent Gardner und dessen Kollegin Jacobsen oder dem arroganten Profiler Irving.
Auch hier ist wie üblich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen und es gibt ein tolles Team, sondern Ermittler, die andere Beteiligte nicht daheihaben wollen, Personen, die andere bewusst vor den Kopf schlagen und eine Umgebung, bei der ich wohl längst aufgegeben hätte ;) Doch es ist nicht alles schwarz und weiß, Beckett versteht es gekonnt, den Personen Tiefe und mehrere Seiten zu geben.
Die Arbeit auf der Body Farm und bei den Autopsien wird wie immer interessant und verständlich geschrieben, sodass man den Gedankengängen von Hunter und Liebermann immer gut folgen kann – und teils sogar selbst Schlüsse ziehen kann.
Blutig oder eklig sind diese Arbeiten keineswegs, nur kann ich jedem mit schwachem Magen abraten, denn das Ende zerrt sicherlich dem ein oder anderen an den Nerven, so gekonnt versetzt Beckett seine Leser an den Ort des Geschehens.
In diesem Buch erfährt man auch viel von den Gedanken des Mörders und auch seiner Vergangenheit und seiner „Faszination“. Diese Mischung find ich sehr gelungen, so weiß man, dass der Täter wieder etwas plant, aber man weiß nicht, was genau es ist.
Die Spannungsschraube ist in dieser Geschichte nicht so extrem angezogen wie bei seinem Vorgänger, dennoch fiebert man immer weiter mit. Auch durch die persönlichen Einblicke in Hunters Beziehung zu seinem Mentor und seine Sorge ist man in der Geschichte gefangen und leidet teils selbst kräftig mit.
So hat Beckett es geschafft, einen spannenden Thriller zu schreiben, der uns kräftig verwirrt und immer wieder neue Stückchen hinwirft – bis zum grausamen Ende.
Fazit:
David Hunter in den Staaten - top!