Dieses Buch ist bei seinen Lesern recht umstritten. Trotzdem wollte ich es einmal wagen etwas anderes als die David Hunter-Reihe von diesem Autor zu lesen. "Der wohl böseste Roman des Autors" war für mich im Nachhinein jedoch wirklich sehr enttäuschend.
Zum Inhalt: Nigel ist ein etwas zurückgebliebener junger Mann. Er hat aber immerhin einen netten Kopierjob, wo er auch Cheryl und Karen kennengelernt hat und außerdem einen alten Pub den seine Eltern ihm überlassen haben. Fernsehen, Comics und ein gutes Essen und schon ist Nigel wunschlos glücklich. Natürlich hat er auch sene Verpflichtungen, denn seine Mitbewohner im Keller brauchen schließlich auch Futter und Pflege. Dass diese Mitbewohner eher unfreiwillig dazu geworden sind, stört Nigel nicht..
Vom Klappentext her fand ich das Buch recht ansprechend und so bin ich ganz euphorisch gestartet. Ich muss auch sagen, noch bis Seite 150 in etwa hat mir das Buch gefallen. Nigel hat sein Leben und seine Probleme im Detail geschildert und als Leser kam man diesem doch irgendwie armen Jungen recht nah.
Direkt danach geht es dann ausschließlich nur noch um Cheryl und Karen, das Buch wird dadurch absolut niveaulos. Es geht nur noch um Trinken und Sex, Nigels Mitbewohner geraten fast in Vergessenheit, obwohl der Leser pausenlos darauf wartet, dass die Anderen etwas entdecken.
Das Ende ist dann komplett offen, der Leser wird einfach alleingelassen und darf sich den Rest dann denken. Dies fand ich noch mit am schlimmsten, denn gerade wo die Spannung zum Höhepunkt kommt, endet das Buch.
Ich bin mir nicht sicher, was der Autor damit eigentlich bezwecken wollte. Der Anfang war recht gut als Einstieg, dann wirds irgendwie sinnlos und langweilig und das Ende rundet in keinster Weise irgendetwas ab. Dieses Buch hat nichts von einer Geschichte oder von einer spannenden und verknüpften Story. Es kommt mir viel mehr vor wie ein wirrer Tagebucheintrag, ohne richtigen Sinn dahinter.
Ich bin jedenfalls sehr enttäuscht. Die Charaktere waren für den Leser nicht nachvollziehbar, nach den ersten 150 Seiten habe ich mich von Nigel wieder komplett entfernt, sodass seine Familiengeschichte mich auch nicht berühren konnte. Mir bleibt übrigens ziemlich schleierhaft, warum er jetzt eigentlich im Keller seine Mitbewohner hält. Es gibt zwar eine kurze Erklärung zum Schluss, gemist mit seinem etwas dümmlichen Charakter reicht das zwar, aber besonders gelungen ist diese Auflösung sicher auch nicht.
Ich persönlich konnte bei dem Buch auch nicht lachen oder ähnliches. Mir tat Nigel zwar irgendwie leid, da er einfach nicht versteht, was er eigentlich falsch macht. Trotzdem bleiben die Charaktere blass und seine Mitbewohner haben letztlich eine viel zu geringe Rolle in diesem Buch.
Ich bin froh, dass Simon Beckett mit diesem Buch anscheinend einen schlechten Versuch gewagt hat, nur um mit der David Hunter Reihe sein wahres Können unter Beweis zu stellen.
Dieses Buch ist etwas, dass man einfach nicht braucht. Das Lesen ist im Nachhinein Zeitverschwendung gewesen, ich fühle mich nicht unterhalten und bleibe mit zu vielen offenen Fragen zurück. Ich bin nur froh, dass ich dafür kein Geld ausgegeben habe, dass hätte mich maßlos geärgert. Überhaupt nicht empfehlenswert!