Rezension verfasst vor 4 Jahren
(5)
Lange hielt Dan Brown´s "Illuminati" die Stellung auf Platz eins der deutschen Bestsellerliste.
Nach Sakrileg und nun auch Diabolus wächst die Nachfrage nach Sachbüchern zu den Spitzenreitern immer mehr. Marc Hillefelds "Ein Code wird geknackt – Dan Browns Roman Sakrileg entschlüsselt" und der kontinuierliche Absatz von "Der heilige Gral und seine Erben" (Henry Lincoln / Sakrileg) schreien förmlich danach, zu jedem weiteren Roman ein aufschlussreiches Sachbuch an den Mann zu bringen.
"Illuminati entschlüsselt" befasst sich hierbei ausschließlich mit der näheren Betrachtung des gleichnamigen Romans. Von der ägyptischen Religion über Habakuk und den Engel bis hin zur Verzückung der heiligen Theresia lässt Simon Cox kaum einen im Roman erscheinenden Umstand aus, der hier von allen Seiten intensiv beleuchtet wird.
Themen wie das heilige Konklave, die Funktionen der Schweizer Garde, die Hintergründe des schweizerischen Cern Unternehmens und die Symbolik auf den Dollarscheinen werden in kurzen und leider sehr knappen Kapiteln erläutert.
Das nach dem Lesen dieser Lektüre tatsächlich das Geheimnis der Illuminati entschlüsselt sei, ist leider nicht wirklich der Fall, da die Entstehungsgeschichte als auch der Fortbestand der geheimen Bruderschaft bis heute völlig unklar ist (und wohl auch bleiben wird).
Einige der Kapitel ähneln zudem trockener Schulbuchausflüchte aus dem Geschichtsunterricht und dürften wahre Dan Brown Fanatiker kaum interessieren. Insbesondere bei Lebensläufen von Künstlern oder den Hintergründen mancher Bauwerke (wo gezielt drauf eingegangen wird) kann ebenso gut im Brockhaus nachgeschlagen werden. Wo das Interesse nach Aufschluss besteht, kann man sich auch im Internet sehr gut helfen. Für weniger Interessierte reicht der Originalromantext mit kurzen Erläuterungen massig aus.
Cox weist zudem nicht nur auf kleine, kosmetische Fehler des Autors im Roman hin, sondern erzielt mit seinem Wegweiser durch den Bestseller eher finanzielle Einnahmen als sich mit der Auseinandersetzung und detaillierten Sachlage laut Titel zu verausgaben.
Fazit: Ein teils gelungener Leitfaden und teils langweiliger Lesespaßverderber, den man nicht unbedingt im Bücherregal neben dem Original von Brown stehen haben muss. Dass sich der Autor hier mit fremden Federn schmückt ohne die Aussage des Buchtitels mit Fakten zu untermauern steht außer Frage.
© by Daniel Biester | Literaturreport.com
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