Leser-Rezension zu „Das Blut der anderen” von Simone de Beauvoir
am 30.12.2010
Der Roman „Das Blut der anderen“ spielt in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges. Der eine Protagonist ist Jean Blomart, Sohn eines französischen Bürgers, der sich von der Bürgerschaft lossagt, um ein Leben als Arbeiter zu leben. Auf diese Weise will er sich von seinen Gewissensbissen befreien und gegen den Faschismus kämpfen. Dazu muss aber weiteres Blut vergossen werden, das Blut der anderen. Jean und seine Freunde entscheiden sich zu weiteren Terrorakten, die Aufmerksamkeit erzeugen sollen, auch wenn Menschenleben dabei gefordert werden. Die andere Protagonistin ist Helene. Sie ist in Jean verliebt, der ihre Liebe zunächst nicht erwidert. Dennoch bleibt er bei ihr, damit sie glücklich ist. Im Laufe der Zeit wandelt sich die Einstellung von Helene, die ein Leben in Sicherheit präferiert und Jean in einem Krieg nicht verlieren will. Sie nimmt an der Widerstandsbewegung mit Gewaltakten teil und wird schwer verletzt. Und mit ihrem Todeskampf beginnen auch der Roman und damit verbundenen, ständigen Gewissenkonflikte seitens Blomarts.
Der Roman ist in Kapiteln aufgebaut, die wechselseitig aus der Sicht von Jean in der Ich-Perspektive und von Helene in der dritten Form geschrieben sind. Die Zeitsprünge innerhalb des Romans sind etwas verwirrend, es ist aber auch kein Buch zum „Runterlesen“, sondern eines zum Nachdenken und Diskutieren.
Simone de Beauvoir hat mit diesem Werk aus meiner Sicht einen zeitlosen Roman geschaffen.

