In dem Buch geht es primär um Sabine. deren verdrängte Erinnerungen an das Verschwinden ihrer ehemals besten Freundin tauchen wieder auf, als sie vom bevorstehenden Treffen ihres Jahrgangs erfährt.
Anfangs ist das Buch nicht all zu spannend und schleppt sich etwas dahin. Der Leser erfährt, dass Sabine nach einem Zusammenbruch wieder zu arbeiten beginnt und ihm einstigen Klassenkammeraden ihres Bruders ihre neue Liebe findet.
Die Handlung des Buches wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Verlauf erfährt man immer mehr darüber wie sich Sabines einst beste Freundin Isabel ihre schlimmste Feindin verwandelt, sie schikaniert und quält. Sabine fährt nun öfters an ihre alte Schule zurück. Hier begegnet sie ihrem damaligen Ich und spricht schließlich sogar mit dem verängstigten Mädchen von damals. Das ist etwas verwirrend und man braucht eine Weile um zu verstehen, wer das Mädchen ist. Ich halte es dennoch für eine gute Idee der Autorin. Es gelingt ihr, die Sabine der Gegenwart und der Vergangenheit, ihre Gedanken und Gefühle dem Leser näher zu bringen. Das Buch wird so nicht zum blutrünstigen Krimi, sondern schildert die Situation einer jungen Frau, die auch nach Jahren noch unter den damaligen Schikanen durch ihre Mitschüler leidet.
Der spannende Teil des Thriller kommt hierbei aber keinesfalls zu kurz. Immer wieder lenkt die Schriftstellerin den Verdacht gekonnt auf diese und jene Figur ihres Romans, kurz bevor man glaubt, den Täter zu kennen, wird die nächste Person als mutmaßlicher Mörder präsentiert. ohne dass man bereits Verdächtige ganz außer Acht lassen könnte.... .
Die wahre Identität des Mörders ist dann doch eine Überraschung. Zwar hat man die betreffende Person immer wieder in Verdacht, Simone van de Vlugt gelingt es aber sehr gut, die Aufmerksamkeit des Lesers immer wieder auf jemand anderes zu richten, sodass mehre Personen verdächtig erscheinen.
Der Krimi ist zwar spannend, meiner Meinung nach aber nicht übertrieben grausam oder sonst irgendwie nervenaufreibend. Im Vordergrund steht für mich hier nicht die verschwundene Isabel als Moderoper, sondern der damals schüchterne Teenager Sabine als Mobbingopfer. So geht es mehr um Sabine, als um Isabel.
Die Autorin schildert einfühlsam und gekonnt die schmerzlichen Erfahrungen einer Jugendlichen, die zu spät merkt, dass sie das Recht hat sich zu wehren.
Fazit: Ein sehr gutes Buch, mehr als nur ein spannender Krimi. Dieses Buch sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn Sie sich für niveauvolle Thriller begeistern können.