Leser-Rezension zu „Was ich liebte” von Siri Hustvedt
am 29.04.2011
Habe das Buch gestern zu Ende gelesen und fand es höchst interessant, spannend und klug erzählt! Die Tatsache, dass die Autorin einen männlichen Ich-Erzähler gewählt hat, fand ich anfangs verwirrend, aber die Umsetzung ist überzeugend und konsequent. Die Handlung des Romans entwickelt sich erst nach und nach (und verläuft nicht gerade linienförmig) und was mit einer Geschichte über Liebe, Freundschaft und einen tragischen Unfall beginnt, endet beinhah wie ein Thriller. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet und wirken authentisch. Auch die meisten Passagen über die Kunstwerke von Bill, dem Freund des Ich-Erzählers Leo, waren für mich interessant und ich habe mir teilweise gewünscht, dass es diese Werke in Wirklichkeit gäbe. Die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Protagonisten und die sie verbindenden Tragödien ihrer Söhne hinterlassen bei mir einen nachdenklichen, melancholischen Eindruck, der mich noch ein Weilchen begleiten wird.

