Wie ich zu „Dating Berlin“ kam:
Vor ungefähr einem Jahr habe ich das Erstlingswerk der Autorin Sonia Rossi gelesen und war gleich Feuer und Flamme.
In ihrem Buch“ Fucking Berlin- Studentin und Teilzeit-Hure“ berichtete Frau Rossi unverblümt über ihre Erfahrungen zwischen Campus, Bordell, Massagesalon und Unileben.
Ihr Schreibstil und ihre direkte Art gefielen mir auf Anhieb, daher wartete ich gespannt auf eine mögliche Fortsetzung.
Als ich im Buchladen nun endlich „Dating Berlin“ sah, wollte ich es sofort kaufen.
Da ich jedoch ein brechend volles Bücherregal habe, siegte die Vernunft und ich reservierte es in der Bücherei.
Nach gefühlten Monaten, die eigentlich nur wenige Wochen waren, hielt ich es nun endlich in den Händen und begann sofort mit der Lektüre.
Bevor ich euch von meinen Erfahrungen mit dem Buch berichte, gibt es erst mal ein paar Infos zum Buch und zur Autorin.
Die Autorin:
Die Autorin schreibt unter dem Pseudonym Sonia Rossi.
Sie wurde in einem kleinen Dorf in Italien geboren und ging auf eigene Faust nach Deutschland, um dort ihr eigenes Leben zu leben.
Inzwischen ist sie Mitte zwanzig, lebt in Berlin, studiert Mathematik und hat einen Sohn.
Ihr Studium finanzierte sie sich mit Prostitution und beschrieb ihr Leben damit in „Fucking Berlin“.
„Dating Berlin- Auf der Jagd nach Mr. Right“ ist ihr zweites Buch.
Fakten zum Buch:
Das Buch ist ein broschiertes Taschenbuch.
Es umfasst 288 Seiten und ist im März 2010 beim Ullstein Taschenbuch Verlag erschienen.
Im Buchhandel kostet es 8,95 Euro.
Der Verlag über das Buch:
Auf der Rückseite des Buches informiert ein kurzer Text über den Inhalt des Buches:
„Sex gegen Geld war gestern - jetzt sucht Sonia Rossi endlich den Mann fürs Leben.
Und sie will nicht warten, bis ihr zufällig der Richtige über den Weg läuft, sondern wird selbst aktiv:
Sie meldet sich bei Partnerbörsen an, besucht Speed-Dating-Events und Singlepartys, geht auf Reisen mit Alleinerziehenden.
Heiße Affären, peinliche Erlebnisse und Liebesleiden pflastern ihren Weg durch den Dating-Dschungel.
Wird sie Mr. Right finden?
Witzig, prickelnd und voller Überraschungen - die temporeiche Schilderung einer ungewöhnlichen Partnersuche mitten in Berlin.“
“Die spannende und temporeiche Fortsetzung des Bestsellers Fucking Berlin“
Die Story:
Sonia Rossi hat sich inzwischen von ihrem gleichgültigen, kiffenden Mann Ladja, welchen man aus „Fucking Berlin“ kennt, getrennt und wohnt zusammen mit ihrem kleinen Sohn Fynn in einer Wohnung in Berlin.
Kurz vor Ende ihres Studiums beschließt sie, dass ein neuer Mann her muss.
Sexuelle Erfahrungen mit Männern hatte sie genug, nun will sie den Mann fürs Leben, mit man morgens im Bett liegen bleiben kann, der sie auf Händen trägt und für die kleine Familie da ist.
Gesagt, getan, Sonia begibt sich in die unendlichen Weiten des WWW und macht sich auf die Jagd nach Mr. Right.
Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt:
Prolog:
Sonia beschreibt ihre Gefühle, nachdem sie sich von Ladja getrennt hat.
Seine endlosen Kneipengänge, das ständige Kiffen und die Tatsache, dass es ihm nichts ausmachte, von ihrer Prostitution zu leben, haben sie dazu getrieben, trotz kleinen gemeinsamen Sohns einen Schlussstrich zu ziehen.
Mit 19 Jahren hatte sie ihn geheiratet und steht nun alleine da.
Die ständige Einsamkeit frisst sie innerlich auf.
Zum Glück gibt es Fynn, der ihr immer wieder Lebensmut gibt
Februar – Die Suche beginnt:
Frau Rossi schreibt über die Vorteile des Singlelebens, über all das, was sie in Ladjas Beisein nie machen konnte.
Sie hat nach einem Praktikum in einem IT-Büro einen Teilzeitvertrag als Werkstudentin bekommen und hat so genügend Geld für ihre kleine Familie und die Wohnung, ohne anschaffen gehen zu müssen.
Bis Jahresende möchte sie mit den Prüfungen zum Mathestudium fertig sein und blickt in eine ungewisse Zukunft.
Mit ihrem Freund Olli philosophiert sie darüber, warum sie keinen Mann findet und erzählt von der erfolglosen Männersuche.
Davon angeregt erinnert sie sich an ihre Date-Suche im Internet und erstellt ein neues Profil von sich in diversen Partnerbörsen.
„Ich will nie wieder einen blassen, alten Mann mit Mundgeruch und hängenden Eiern ficken und mich verpflichtet fühlen, ihn anzulächeln…“sagt Sonia über sich.
In diesem Kapitel lernt man ihre Freunde Klara und Olli etwas kennen und erfährt, warum es Sonia schwerfällt auf normalem Wege einen Freund zu finden.
Das erste Date ist erfolgsversprechend, ein Zweites folgt, doch danach folgt die herbe Ernüchterung.
März – Nette Papas und ein One- Night-Stand:
Sind alleinerziehende Männer die Alternative für Sonia?
Oder doch lieber ein One-Night-Stand?
In diesem Kapitel findet ihr es heraus!
April – Workaholics und Feiglinge:
Lohnt es sich mit einem Mann zusammen zu sein, der mit seiner Arbeit verheiratet ist?
Wie wichtig sind Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Treue in einer Beziehung?
Sonia beschreibt ihre Erfahrungen damit in diesem Kapitel.
Sie ist hin und her gerissen zwischen verschiedenen interessanten Männern, aber ob die wahre Liebe dabei ist?
Die Autorin beneidet Paare, die sich auch ohne Worte verstehen und nach Jahren noch glücklich sind, wird selbst aber nur mit Heucheleien abgespeist.
Zwischendrin schwelgt sie in wehmütigen Erinnerungen an glücklichere Zeiten.
Mai - Der große Wurf:
Wieder wird Sonia versetzt und trifft sich stattdessen mit einem Anderen.
Warum lässt jemand, der ihr über Skype und Telefon so nahe kommt, sie einfach im Regen stehn?
Gibt sie ihm noch eine Chance?
Es kommt anders als gedacht und Sonia nimmt endlich einen Mann mit zu sich nach Hause.
Dieser Mann hat sogar nichts gegen ihre Vergangenheit im Puff, kommt mit ihrem Sohn gut zurecht und alles scheint perfekt, doch der Schein trügt.
Juni – Ein neues Leben:
Sonia ist verliebt und genießt den Alltag mit ihrem neuen Freund in vollen Zügen.
Sie verbringen viel Zeit miteinander und lernen ihr jeweiliges Umfeld besser kennen.
Sonia fragt sich, ob sie wirklich zusammen passen und bleibt voll Hoffnung.
Eine Entscheidung ihrer besten Freundin lässt ihre gute Laune wanken.
Nun kommt auch noch Milan, ihr ehemaliger, verheirateter Geliebter ins Spiel mit dem sie während ihrer Ehe mit Ladja häufig Sex hatte.
Es kommt zu einer spannenden Auseinandersetzung mit ihm.
Juli – Doch nur ein Hauch von Glück:
Aus, Ende, vorbei!
Das kurze Glück endete jäh und Sonia zerreist es fast vor Schmerz, als sie wieder ohne Partner dasteht.
Zum Glück kommt ihre Mutter aus Italien zu Besuch…
Sonia beschließt, aus ihrem Schneckenhaus heraus zu kriechen und geht vor Ort auf Männerfang.
Sie wird fündig und erlebt Wochen des Glücks, doch es ist wieder nicht für immer…
August- Speed – Dating und eine Single-Reise:
Was macht man nicht alles, um nicht als einsame Jungfrau zu enden?
In diesem Kapitel geht Sonia in Berlin zum Speed-Dating und bucht mit einer Freundin eine Singlereise.
Die Frau Mama passt derweil auf Fynn auf.
Wieder zurück lernt Sonia einen Mann mit Tiefsinn kennen und ist begeistert.
Doch warum will er keinen Sex?
September- Rendezvous mit einem Irren:
Im Laufe ihrer Arbeit im Bordell hat Sonia viele schrägen Typen kennen gelernt, doch nur dieser Eine macht ihr dermaßen Angst, dass sie sich lange abschottet und auch noch von ihren Freunden verspottet wird.
Ein Freund aus Uni-Tagen meldet sich und Sonia überlegt sich, ob sie wirklich nur Freundschaft für ihn empfindet.
Oktober- Noch ein Versuch:
Im Internet kann man sein, wer man will, falsche Angaben und fremde Profilbilder angeben.
Steht man sich jedoch in natura gegenüber folgt oft die Ernüchterung und genau das passiert in diesem Kapitel.
Wieder Oktober – Ein Jahr später:
Bei einem Salsakurs erzählt Sonia ihrem Tanzpartner, wie sie schließlich ihre wahre Liebe gefunden hat.
Danksagung:
Die Autorin bedankt sich beim Verlag und bei ihren Freunden.
Mein Fazit:
Meinen Eindruck des Buches in Worte zu fassen fehlt mir schwer,
weil so viele Dinge in meinem Kopf herumschwirren, wenn ich über das Buch nachdenke.
Die Autorin schreibt sehr direkt und unverblümt über ihre Gedanken und Gefühle.
Ich habe den Eindruck, dass sie entweder mit ihrem Ex-Mann abgeschlossen hat oder ihn schlicht und ergreifend nicht oft erwähnen möchte, da er trotz der zeitnahen Trennung recht selten erwähnt wird.
Überhaupt wirkt die Autorin oft sehr unterkühlt auf mich.
Sie loggt sich bei den Flirtportalen ein, trifft sich fast schon wahllos mit Männern, lässt sich auf One-Night-Stands ein und ist verwundert, warum es mit der großen Liebe nicht klappt.
Oft habe ich mich gefragt, ob sie körperliche Attraktivität und Sex mit Liebe verwechselt, da sie sehr auf das Aussehen der Männer fixiert wirkt und gleich beim ersten Date bereit ist mit dem jeweiligen Mann ins Bett zu gehen.
Ich fand es schade, dass sie bei einer sexuellen Störung eines Datepartners gleich geflohen ist und andererseits doch wieder verständlich, wenn man bedenkt was sie mit Exmann Ladja alles an psychischen Höhen und Tiefen durchgemacht hat.
Ich finde die Schilderung ihrer Suche, ihrer Freunde und ihres persönlichen Umfelds sehr interessant und bin von Anfang bis Ende des Buches gespannt, ob sie endlich einen Mann für sich und ihren Sohn findet.
Ihr Schreibstil und ihre direkte Art wecken meine Sympathie für sie und ich finde es sehr mutig von ihr dieses Buch und das vorherige zu schreiben.
Auch wenn ich einen ganz anderen Lebensstil und eine andere Vorstellung von Liebe und Beziehungen habe, kann ich ihre Handlungen aus ihrer Sicht nachvollziehen und leide mit ihr.
Ein bisschen erinnert sie mich an meine beste Freundin.
Diese kann nach eigenen Angaben nicht allein sein und hat mich in unserer Teeniezeit mit ihren zahlreichen Freunden und One-Night-Stands an meine Grenzen getrieben, weil sie dabei sehr oft unter Liebeskummer litt und ich oft nicht verstand, wie man in so viele Typen verliebt sein konnte.
Spannend finde ich, wie Frau Rossis jweiligen Dates damit umgehen, dass sie als „Nutte“ gearbeitet hat und einen kleinen Sohn hat.
Es ist paradox:
Die Männer, die auf mich familiär wirken ziehen sie sexuell nicht an und die, die sehr an Körperkontakt interessiert sind, wollten oft eben nur dies von ihr.
Den Schluss finde ich etwas abrupt.
Wir springen in der Zeit um ein Jahr und erfahren, dass Frau Rossi inzwischen einen Freund hat und mit ihm sehr glücklich ist.
Die knappe Schilderung dessen wirkt auf mich, als hätte sie erkannt wie kostbar ihr dieses Glück ist und dass sie deshalb nicht zu viel davon mitteilen möchte.
Ich wünsche der Autorin von Herzen alles Gute und weiterhin viel Glück in der Liebe und im Leben.
Ich finde das Buch auf jeden Fall lesenwert und würde auch eine weitere Fortsetzung lesen, falls es eine geben wird.
Meiner Meinung sollte sich jeder seine eigene Meinung über das Buch bilden.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Alchemilla