||| Story |||
September 2001..... Island ... mehrere schwere Jungs mit unterschiedlich krimineller Vergangenheit treiben sich im isländischen Küstenstätdchen Grundartangi herum... die einen sitzen in der Kneipe und trinken ihre letzten geistlichen Getränke auf dem Festland, bevor sie zu ihrer wohl letzten Fahrt mit der Per se in See stechen - letzte Fahrt deswegen, weil wohl die Reederei diese Crew aus Geldgründen aufgeben möchte - so das Gerücht...
Beinah zeitgleich in einer dunklen Wohnung steht eine rätselhafte Gestalt nur in Unterhose bekleidet, das auf seinem Körper befindliche Blut beginnt zu gerinnen. Er hat gerade seine Frau umgebracht, da klingelt das Telefon ...
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Während der ein oder andere mehr oder minder seinen Seesack packt, überreicht der Kapitän Gudmundur seiner Frau einen Umschlag, in welchem sich ein Flugticket befindet, ein Flugticket nach Südamerika, denn er steht kurz vor seiner letzten Fahrt - er hat gekündigt... wie s allerdings weitergehen soll, weiß er auch nicht ganz, denn seine Ehe steht wohl vor dem Aus ...obwohl er seine Frau immer noch liebt. Eine Antwort von seiner Frau auf das Flugticket hat er bis zum Zeitpunkt seiner Abreise nicht bekommen ... aber als er nachher an Bord seine Tasche auspackt, entdeckt er ganz unten in Selbiger ein Wachspapier-Päckchen .. er befürchtet etwas und ist sehr überrascht, als er dort drin das schwarze Kleid seiner Frau drin findet .. Freude keimt in ihm auf ...
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Aus allen Winkeln der Stadt kommen die schweren Jungs in den Hafen um den Fuß auf das Frachtschiff zu setzen... von Island aus soll es nach Surinam (Südamerika) gehen ... die gestandenen 8 Seemänner haben allesamt ihr Päckchen zu tragen, keiner von ihnen hat eine weiße Weste - der eine hat ein paar Millionen Kronen Spielschulden, der andere seine Frau umgebracht.. und noch weitere Vergehen- weder der Kapitän, noch Heizer, Matrosen, Steuermänner... auch der 9. Mann, der "Nicht"-Seemann - welcher eher durch Zufall auf der Per se andet, ist nicht unbedarft. Er nennt sich selber "Satan"…
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Jeder der an Bord gehenden Männer hofft erst einmal, diesen ganzen selbst geschaffenen Problemen mit der Fahrt nach Surinam aus dem Weg gehen zu können .... Hoffnung ist in diesem Falle ein geflügeltes Wort, denn auf den Männern lastet zusätzlich eine große Bürde: Die Kündigung der Reederei, so kommt es, dass sie klammheimlich eine Meuterei planen ....
Planung ist immer gut denkt man sich und arrangiert im Geheimen hinter dem Rücken des Kapitäns das Vorgehen ... doch es kommt anders wie man denkt ... einer von Ihnen driftet unbemerkt in eine Torschusspanik hinab und begibt sich mit Kneifzange bewaffnet an Deck und kappt sämtliche Kabel ... somit ist eine Navigation geschweige denn eine Funkverständigung nicht mehr möglich.... keiner der Männer ahnt, wer es war ...da das Wetter maritim normal ist, meint der Kapitän, den "Ausfall" der technischen Einrichtungen meistern zu können ... auch wenn es nicht leicht werden, wird, denn Kapitän Gudmundur spürt eine aufkeimende Unruhe zwischen den Männern, oder liegt es nur daran, dass der sich selber "Satan" nennende Mann gar kein Seemann und schon gar nicht der Schwager eines Matrosen ist, und sich somit nicht wirklich für das Leben der anderen Seemänner interessiert?
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schon einige Zeit auf See.....
Fakt ist jedenfalls, aufgrund der gekappten Kabel wird die geplante Meuterei erst einmal aufgeschoben ... Krisenstimmung begleitet ein aufkommendes Unwetter .. die Per se wird gebeutelt von Windböen und hohen Wellen, mit teilweise extremer Schräglage haben die Seemänner zu kämpfen, und nicht nur das ist es, was die Männer gedanklich beschäftigt, auch der Gedanke, wer denn nun der Saboteur war und somit dafür gesorgt hat, dass das Schiff "orientierungslos" unterwegs ist. Zwar befindet sich ein Sextant an Bord, doch die Navigation und Kursberechnung ist doch etwas heikel, denn dank des Unwetters ist der Bezugspunkt in Form der Sonne nur kurzfristig verfügbar. Als die Richtungsbestimmung einigermaßen klappt ist Kapitän Gudmundur erschrocken, kann es sein, dass sie schon soweit vom Kurs abgekommen sind?
.Den Kapitän plagen die Sorgen, denkt er doch schmerzlich an seine Frau ... aber auch die anderen Männer sind gedanklich nicht mehr ganz bei der Sache, das Vertrauen zwischen ihnen sinkt rapide... und das Gebaren von "Satan" trägt nun auch nicht gerade zum Vertrauensaufbau bei ... es kommt wie es kommen muss, wenn man ohne Navigation auf der See umher treibt und versucht jedes Unwetter zu umfahren .. irgendwann reichen die Kraftstoff-Reserven nicht mehr ... es muss rationiert werden, und als ob es nicht so schon schlimm genug ist, taucht auch noch in einem geheimnisvollen grünen Licht ein Schiff auf... fünf dunkel gekleidete Gestalten setzen mit einem Schlauchboot über und lassen an Bord der Per se ihre Maschinengewehre sprechen .....
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||| Meinung – Kritik |||
Uff.... erst einmal möchte ich Entschuldigung sagen, dass der Inhaltsabriss ein wenig stümperhaft und holperig wirkt bzw. daher kommt, aber das war gar nicht so einfach diesen in Worte zu fassen, warum das so ist, möchte ich gleich nachfolgend erläutern:
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Nach einigen enttäuschenden Werken aus isländischer Autorenfeder wie z.B. K.-M. Baldursdóttir, A.Indridason oder auch G. Gunnarsson wagte ich dann doch den Versuch einem weiteren isländischen Autoren eine Chance zu geben, zumal ich schon im Vorfelde einiges über Stefán Mánis Werk "Das Schiff" gelesen hatte und eigentlich auch sehr erstaunt war, wie unterschiedlich die Meinungen zum inhaltlichen wie auch Schreibtstiltechnischen doch sein können ..ich möchte mich eigentlich gar nicht über die zahlreichen im Internet kursierenden Rezensionen auslassen, nur ist mir da im Laufe der Zeit doch aufgefallen, dass es viele Leser gibt, die den klaren prägnanten Stil der Skandinavier nicht verstehen bzw. nach dem lesen nicht umsetzen können und dieses dann als Negativ abhandeln ...Schulterzuck, egal ... komme ich zu meinen Eindrücken in Sachen Das Schiff
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Mit richtiger Neugierde stürzte ich mich auf das Buch und fing an zu lesen ... so schnell konnte ich gar nicht aufhören. Was mir ja eingangs imponiert hatte, als ich mich soweit in den Schreibstil eingelesen hatte, dass anfangs alle agierenden Figuren für sich selber vorgestellt werden. Jede mit ihrem "Päckchen" , sprich man hat als Leser anfangs insgesamt 9 Handlungsstränge - welche einem Einblick in die einzelnen Figuren geben - dieses benötigt man im Nachhinein auch, um der Handlung im weiteren Verlauf folgen zu können. Ebenso ist die prägnante Figurenzeichnung im Weiteren sehr dienlich, denn so kann man schon Einblick in die Handlungs- aber auch Denkweise Selbiger gewinnen.
Diese Art der Handlungsaufteilung finde ich direkt mal gelungen , denn so etwas hat man nicht oft und auf der anderen Seite bringt diese schon einen ganz besonderen Reiz mit sich .
Man mag im ersten Moment denken, dass sich diese stellenweise recht kurzen Passagen , die auch noch schnell mal die Perspektive wechseln, sich dauerhaft in dieser besonderen Art der Abhandlung fortsetzen, aber schnell lässt der Autor sein Talent hervorstechen und greift sich diese insgesamt 9 Handlungsstränge und verwebt diese gekonnt zu einem einzigen , nämlich die ersten Tage auf dem Schiff, wo sich die Crew mit Meutereigedanken herumplagt. Doch es dauert nicht allzu lange, bis er die Handlung wieder in einzelne Bestandteile aufteilt, und so den Leser stellenweise auf die falsche Fährte lockt, denn man macht sich schon bei der einen oder anderen Figur so seine Gedanken, was der denn so denkt, oder gedenkt als nächstes zu tun.
Dieses Spiel mit den Handlungssträngen setzt sich – wenn auch in abgeschwächter Form – immer wieder im Buch durch … und das finde ich mal wirklich besonders kreativ und auch Spannungsfördernd.
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Ich hatte eben schon vom Schreibstil gesprochen, auf den möchte ich mich auch gleich stürzen: der Schreibstil ist ungewöhnlich direkt und prägnant , auf Schnörkeleien wird (wohl) bewusst verzichtet. Die Schreibe ist wirklich ungewöhnlich kurz und direkt gehalten - einfach unverblümt. Egal in welcher Szenerie man sich als Leser gerade befindet - ob nun die einzelnen Handlungsstränge eingangs oder im weiteren Verlauf des Werkes - mit unverhohlen direkten Worten schafft Stefán Máni es, den Leser zu packen und ihn beinah selbst miterleben zu lassen, was gerade geschieht.
Dazu muss ich dann auch noch sagen, dass es sich nicht um einen normalen Seefahrerroman handelt, sondern eher um eine Mischung aus Action, Thriller und Seefahrerroman.... Daher findet man hier auch die eine oder andere brutal anmutende Szenerie, vor allem in der Eingangs-Phase… da wird eine Autofahrt mit brutalem Ausgang doch recht realistisch in Worte gefasst, so dass einem schon ein wenig das Grausen kommt.
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Auch im weiteren Verlauf der Handlung trifft der Leser immer wieder auf ungeschminkt direkte Passagen, schließt man dabei die Augen, dann bildet sich vor dem inneren Auge andeutungsweise ein Filmstreifen…. Also ein Werk ohne Gnade … aber eben dieser Schreibstil im Hinblick auf das Gesamtwerk ist es, der beim Leser – so war es bei mir – ein kribbeln hervorruft und das Buch schwerlich aus der Hand legen ließ.
Gerade letzteres basiert auf den fabelhaften Spannungsbogen der hier scheinbar ins unermessliche zu steigen scheint, denn eine Verschnaufpause bekommt der Leser nicht .
Der Schreibstil sowie auch die Charakterisierung der einzelnen Figuren ist es, der den Leser in den Bann zieht … alles zusammen ist ganz großes Kino. Da merkt man dann auch - wenn man sich den kurzen Steckbrief des Autors anschaut - das S.Máni in seinem bisherigen Leben einiges an Erfahrungen sammeln konnte, und diese dann auch – so vermute ich mal – mit in sein Werk eingebracht hat. Denn einiges kann man nur gekonnt realistisch formulieren, wenn man spezielle Erfahrungen bzw. Beobachtungen gemacht hat. Und wer einigermaßen belesen in ernsteren Büchern ist, der kann dann auch erkennen, ob manches aus einer zweifelhaften Phantasie entsprungen ist, oder auf Erlebnisse bzw. Erfahrungen basiert.
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Betrachte ich die einzelnen Komponenten als Gesamtbild, dann bin ich mehr als begeistert, hier passt alles zusammen. Als begeisterter Leser bekommt man hier ein Buch vor die Nase gesetzt, das ohne Klischees und Schnörkeleien auskommt. Quasi das Markenzeichen vieler skandinavischer Autoren.
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Im Klappentext war eine Aussage vermerkt, die ich hier gerne wiedergeben bzw. zitieren möchte:
Stefán Máni stellt hier auf zwingende Weise extentielle Fragen und überzeugt durch ein beklemmendes Psychogramm seiner Protagonisten
Besser kann man das Werk nicht umschreiben, dieser Satz hätte eigentlich gereicht die Rezension abzuschließen … doch Das Schiff ist noch mehr:
Es hat bei mir so einiges hervorgerufen, denn irgendwo ist auch ein Hauch Realität mit im Buch eingeflochten – es bringt nichts vor dem Mist zu flüchten, den man verzapft hat … Selbst im Nachhinein bewegt mich dieses Buch, so schleichen sich immer wieder einzelne Passagen aus dem Buch ins Gedächtnis, vor allem die ultimative Schlussphase …. Es tauchen Fragen des Wieso? Warum? auf …. auf diese Fragen muss der Leser selber eine Antwort finden … Aber das ist kein Problem, denn auf die ansatzweise auftauchenden Fragen lässt sich beim leichten und flüssigen Lesen die eine oder andere Antwort finden.
Zu Guter Letzt möchte ich noch ein Wort zu den im Buch verwendeten Namen verlieren: Es soll durchaus Leser geben, die mit den skandinavischen Namen nicht zurecht kommen, klar sind hier isländische Namen von den agierenden Figuren nieder geschrieben, aber diese stören den Lesefluss nicht. Es braucht auch nicht viel Kunst oder Geschick um diese auszusprechen. Ich empfinde es sogar als einen zusätzlichen Reiz bzw. noch realistischer, dass eben die isländische Schreibweise bei den Namen verwendet wurde, musste ich bei anderen Werken in der Vergangenheit die Erfahrung machen, dass die Eindeutschung von Namen etwas von dem besonderen Kick raubt.
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Abschließend….
… möchte ich sagen, dass mir Das Schiff mehr als gut gefallen hat, denn es hat mich gepackt und alles andere um mich herum vergessen lassen - gut das ich mir beim Lesen auf dem Balkon auch einen kleinen Sonnenbrand eingefangen habe, spricht dann doch schon für sich…. Ebenso, dass ich die letzten Seiten auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn gelesen habe und prompt 2 Stationen zu weit gefahren bin ;-)
Es ist beileibe kein einfaches Werk – rein vom emotionalen her, denn es ruft doch so die eine oder andere Gemütsbewegung hervor, auf der anderen Seite gibt es aber auch einen besonderen Kick, und lässt einen vielleicht auch ein wenig über sein eigenes Tun und Handeln nachdenken.
Eines möchte ich noch anmerken: Wer bisher Leser von eher trivialer und mit Klischees bedienter Lektüre war, der wird hier vermutlich nicht weit kommen, denn Das Schiff unterscheidet sich doch sehr von normaler Lektüre.
In diesem Sinne meinerseits volle 5*** für Stefán Mánis Werk Das Schiff' und eine uneingeschränkte Empfehlung!