Leser-Rezension zu „Alles was du siehst” von Stefan Beuse
am 17.06.2009
Der Ich-Erzähler erhält den Auftrag, in die USA zu fliegen, um dort für ein Buch zu recherchieren. Im winterlichen Hinterland von New York angekommen, passieren ihm unerklärliche Dinge. Zudem werden weitere Erzählstränge eingewoben, bei denen mir anfangs nicht klar war, was sie mit dem Erzähler zu tun haben.
Ich dachte: der Roman ist kafkaesk angelegt und ich war gespannt, wie sich das Rätsel auflöst.
Als dann aber eine Katze namens Schrödinger auftrat, schwante mir, daß der Roman für mich zu hoch sein würde. Die Quantenphysik verstehe ich nicht wirklich und, am Schluß des Romans angelangt, auch nicht, worum es in diesem Werk eigentlich gegangen ist.
Völlig klar geworden ist mir allerdings, daß Stefan Beuse ein sehr talentierter Schriftsteller ist.
Die zauberhaften Episoden mit Kasey und Ned oder auch Lia und Aaron, haben wundervoll sinnliche Momente. Ganz hervorragend hat mir auch gefallen, wie anschaulich die Beschreibungen sind (z.B. Nabis Akzent) und wie unerhört subtil und beiläufig Erotisches einfließt.
Der Autor kann ja nichts dafür, daß ich zu doof bin, den Roman als Ganzes zu verstehen, deshalb gebe ich keine "Sterne"-Bewertung ab.

