Leser-Rezension zu „Tagsüber dieses strahlende Blau” von Stefan Mühldorfer
am 16.06.2011
Bei diesem Buch habe ich genau drei Phasen durchgemacht:
1. Ich war beigeistert: von dem Cover, von dem Titel und von der Aussicht auf ein Buch, welches in einer tollen und bildlichen Sprache die Gedanken einen ganz normalen Mannes aus einem scheinbar ganz normalen Tag seines Lebens wiedergibt.
2. Dann war ich auf einmal enttäuscht: Es ging tatsächlich nur um diesen einen Mann, Versucherungsmakler, in der Midlife-Krise, der sich Gedanken über seine Frau und die Möglichkeiten zur Untreue macht.
3. Am Schluss blieb aber ganz klar die Begeisterung und deshalb gibt es von mir auch fünf Sterne! Der Schluss hat mich umgehauen. Die Stimmung, die der Autor mit bloßen Worten kreiern kann, ist hundertprozentig passend. Ich habe das Buch geradewegs verschlungen. Flüssige Sprache, tolle Rückblicke in die Vergangenheit. Und - das ist mir als das Wesentliche in Erinnerung geblieben - der Ich-Erzähler ist ein messerscharfer Beobachter und sieht, wie sein Leben ihm förmlich zerbröckelt. Nichts ist mehr, wie es scheint. Ehe, Freundschaft, alles ändert sich und der Erzähler schlittert einfach so hinein, ohne was dagegen unternehmen zu können.
Der Autor hat aus einer einfachen, sehr realistischen SItuation ein kleines Juwel geschaffen! Unbedingt lesenswert für alle, die nicht immer Action und Fiktion brauchen!

