Leser-Rezension zu „Angst” von Stefan Zweig
am 25.03.2011
Der Inhalt, die Handlung der Erzählung geht aus den mir vorangegangenen Rezensionen ausreichend hervor, weswegen ich an dieser Stelle auf eine Wie-derholung verzichte und mich ausschließlich zur Leseatmosphäre äußere. Auch in der Novelle „Brief einer Unbekannten“ habe ich Stefan Zweigs unglaubliche Fähigkeit bewundern können, menschliche Situationen und Nöte auf eine so eindringliche Weise zu schildern, dass der Leser sich selbst in dieser Situation wähnt. Auch in „Angst“ ist dies so. Die kurze Erzählung ist von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd, elektrisierend, bedrückend, beklemmend. Die Dialogführung, z.T. mit abgekackten Gesprächen, die die Angst des Sprechenden noch mehr verdeutlichen, ist entsprechend der Situation gekonnt umgesetzt. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass ein Autor dies in dieser Intensität nur beschreiben könne, weil er es selbst so erlebt hat; biographische Indizien gibt es zu dieser Annahme natürlich keine. Diese Lektüre ist absolut keine vertane Zeit. Unbedingt lesenswert!

