Rezension verfasst vor 1 Jahr
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In "fünf historischen Miniaturen" erzählt Zweig von besonderen Stationen der Geschichte: Wir erfahren, warum Napoleon bei Waterloo geschlagen wurde; was Goethe zur Marienbader Elegie inspirierte; die wirklich spannende und kaum fassbare Geschichte der Entdeckung Eldorados; Fjodor Dostojewskis Begnadigung in letzter Sekunde; und von der traurigen Wende der Südpolexpedition Kapitän Scotts.
Fesselnd erzählt bringt uns Zweig das Ausmaß nahe, das das Schicksal, wie er es nennt, nehmen kann. Dabei wird dem Leser aber nicht die Was-wäre-wenn-Frage zu sehr auseinandergesetzt, sondern der Text an sich beantwortet die Frage, wie es zu dem tatsächlichen Verlauf kam, oder gekommen sein könnte. Dabei wirkt Stefan Zweigs Stil überhaupt nicht wie der eines ursprünglich 1927 erschienen Buches, man fühlt sich in allen Miniaturen in die beschriebene Zeit zurückversetzt. Zweig schreibt sehr gut lesbar, spannend, analytisch, auch manchmal schwärmerisch. Die Konfrontation Dostojewskis mit seiner Sterblichkeit ist sogar in Gedichtform abgefasst, die aber sehr gut dessen Erlebnis und Empfinden im Angesicht des Todes und seines Wandels durch die Begnadigung verbildlicht.
Eine kurzweilige, aber sehr lehrreiche Lektüre!
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