Leser-Rezension zu „Ungeduld des Herzens” von Stefan Zweig
am 26.02.2009
Diesem Roman von Stefan Zweig liegt ein schwieriges Thema zugrunde: Mitleid, jedoch „falsches Mitleid“, denn er beschreibt, wie man sich auf Grund dieses Mitleids in ein Verhalten hineintreiben lässt, das man eigentlich gar nicht möchte.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
INHALT: Der Protagonist des Buches, ein ungarischer Leutnant, geht eine Verlobung mit der gelähmten Edith ein, weil er sich gedrängt fühlt, Mitleid hat, ihr helfen und Hoffnung geben möchte. Doch dieses Ansinnen geht gänzlich schief, denn als Edith heraus findet, dass des Leutnants Zuneigung nur auf Mitleid beruht, er nicht zu ihr stehen kann und sie eigentlich auch nicht ehelichen möchte, bricht für sie ihre Welt zusammen...
GEDANKEN: Damit sind die wichtigsten Geschehnisse des Romans auch schon erzählt, doch Stefan Zweigs Bücher machen die genaue Beschreibung der Gedanken und Gefühle, des inneren Kampfes der Protagonisten aus. Dies macht seine Werke so einzigartig – das Eintauchen in die Gefühlswelt eines fremden Menschen, das Mit-Erleben und Mit-Leiden. In "Ungeduld des Herzens" ist das unbeschreiblich gut gelungen, ich war und bin begeistert von diesen in Worte gefassten Emotionen.
Dieses Thema ist heute noch genauso aktuell wie damals - ein Thema, mit dem ich mich auch selbst schon beschäftigen musste – dieses Buch hat mir nicht nur schöne Lesestunden gebracht, es hat mich im Leben auch weiter gebracht, mich bei einer eigenen Entscheidung bestärkt.
Es ist eines meiner mir liebsten und wichtigsten Bücher!

