Leser-Rezension zu „Ungeduld des Herzens” von Stefan Zweig

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Anit Anit
Verfasst von Anit
am 11.11.2009
 

Zuerst hatte ich etwas bedenken das Buch zu lesen, weil ich dachte ich würde mir mit der Schreibweise von Stefan Zweig etwas schwer tun. Doch gleich von Beginn an wurde ich in eine tiefberührende Geschichte über Leid und Mitleid gezogen die mich sofort in ihren Bann zog.
Die Handlung spielt kurz vor dem 1.Weltkrieg. In einer langweiligen Stadt an der ungarischen Grenze wird ein junger Leutnant zu einer wohlhabenden Familie eingeladen. Auf dem Fest lernt er die behinderte Tochter Edith des Gastgebers kennen. Im Laufe des Abends fordert er sie aus Übermut zum Tanzen auf. Bis dahin wusste er aber noch nichts von ihrer Behinderung.
Bestürzt durch dieses Missverständnis gerät er nun in einen Strudel aus Mitleid. Man ist hin und her gerissen ob man für ihn Verständnis haben soll. So hat man einmal das Gefühl er tut es für die Kranke, dann wieder für das eigene Ego.
Es gibt viele Personen die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Sie und ihre Handlungsweisen werden von dem Autor sehr einfühlsam, wenn nicht sogar psychoanalytisch beschrieben. Wenn auch die Handlungsstränge zum Teil etwas lang sind, fand ich es gut dass es so geschrieben ist, um alles und jeden richtig verstehen zu können.
Auch ich als Leserin hatte Mitleid mit der verwöhnten, egoistischen Tochter, die ihre Krankheit dazu benutzt um die Menschen in ihrer Umgebung zu manipulieren. Genauso empfand ich Mitleid für den Vater, der aus Liebe zu seiner Tochter alles tun würde und auch alles tat. Er bedrängt den jungen Mann immer wieder zu Zusagen, die er später bereut. Der junge Leutnant hätte vielleicht noch die Notbremse ziehen können, wäre da nicht sein Gewissen gewesen, und eben dieses Gewissen ist es wohl auch, dass den Antrieb - ob zu falschem oder echtem Mitgefühl gibt. Selbst der behandelnde Arzt macht Hoffnung auf Heilung, obwohl er weiß, dass es keine Aussicht darauf gibt.
Ich habe es oft so empfunden, als hätte der Autor eben diesen Arzt als Sprachrohr benutzt, um die Handlungsweisen zu erklären, die Mitleid hervorrufen können. Man erkennt durch die Beschreibung der Charaktere, dass es sehr viele Facetten von Mitleid gibt, und es ist nur schwer zu erkennen wie man sich richtig verhält.
Mitunter hat man das Gefühl Stefan Zweig hat diese Geschichte am eigenen Leib erlebt, denn anders kann man kaum erklären wie er sich so glaubwürdig in die Menschen seines Romans hineinversetzen konnte. Mich hat diese Geschichte sehr berührt und ich werde mir noch lange Gedanken um dieses Thema machen.
Ich möchte mich noch bei einem Freund bedanken der mir dieses Buch geschenkt hat, und mich dazu brachte mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und der mir auch Stefan Zweig als Autor näher gebracht hat.

 

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Ungeduld des Herzens Ungeduld des Herzens
Stefan Zweig

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Ungeduld des Herzens
von Stefan Zweig

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