Der 15-jährige Timo Lindner, wohlbehüteter Sohn eines erfolgreichen Architektenehepaars, ist verschwunden. Für Zbigniew, sprich Dz-big-niäff, Meier, Hauptkommissar im KK51 der Kölner City-Polizei Stolkgasse, ein typischer Fall von Flucht vor den Eltern.
Kein Handy, keine Freundin, keine Intimsphäre: Kann ein pubertierender Junge ein derartig eingeengtes Leben ertragen, ohne irgendwann durchzudrehen? Doch dann wird in Italien der Torso eines unbekannten Jungen gefunden, der vor seinem Tod auf grausame Art missbraucht wurde. Auf seinem Rücken eingezeichnet: eine Karte von Frankreich... (Verlags-Info)
Ein Junge aus einem konservativen und behüteten Elternhaus verschwindet und es ist nicht klar, ob er von daheim ausgerissen ist oder gar entführt wurde. Hinweise aus Turin, wo zeitgleich ein toter Junge in Timos Alter, grausam zugerichtet und mit einer Karte Frankreichs auf dem Rücken eingezeichnet aufgefunden wird, ergeben nach einigen Recherchen eine Verbindung.
Der Kommissar aus Köln bedient sich eines unkonventionellen Weges, ermittelt in Italien und anschließend in Frankreich, wo die Familie ihren letzten Urlaub verbrachte. Auf eigene Faust sucht er nach Timo und entdeckt nach und nach die Verstrickungen dieser Fälle zur pädophilen Szene und hochrangigen Leuten.
Stephan Brüggenthies schafft hier mit dem Kölner Kommissar Zbigniew einen sehr eigenwilligen Typ, der sich z.B. mit einer minderjährigen Freundin strafbar macht, ungewöhnliche Wege in der Ermittlungsarbeit geht, schüchtern, mit Selbstzweifeln und auch noch mit gesundheitlichen Problemen behaftet, aber keinesfalls langweilig ist.
Alle Charaktere werden sehr anschaulich, einfühlsam beschrieben, wobei er aber nie die Spannung aus den Augen verliert. Der Krimi hat kein leichtes Thema, dramatische Wendungen und einen roten Faden, der sich konsequent durch die Handlungen schlängelt und das Tempo zum Ende actionreich anzieht.
Die verschiedenen Ortswechsel und Schauplätze, sind dabei gut miteinander verknüpft und glaubhaft beschrieben. Als Sprecher für das Hörbuch fungiert Matthias Keller der sehr anschaulich, im richtigen Tempo und mit der passenden Intention liest.
Meine persönliche Meinung: 4** (von 5 möglichen)
Auf einige Details (Bandscheibenleiden) könnte man verzichten und ich hätte dem Kommissar ein wenig mehr Reife gewünscht (vor allem im Umgang mit seiner Freundin Lena), aber ansonsten hat mich das Hörbuch gefesselt.
Gespannt bin ich auf den Nachfolger, der bereits in den Startlöchern steht und den Titel „ Die tote Schwester“ trägt.