Der letzte Band.
Dieser Band hat mir wieder weniger gefallen.
Die langen Sätze nahmen in diesem Band wieder zu. Anstatt mal ein Komma zu setzen, sollte King üben, öfter einen Punkt zu machen. Brainstorming-Schreibstil hin oder her. Es ist einfach verdammt ermüdend so lange Sätze lesen zu müssen. Und dann mitten im Satz diese Einschübe in Klammern, die leider oft genug so lang waren, dass man gar nicht mehr wusste, worum es in dem Satz eigentlich überhaupt ging. Sowas wird bei anderen, jüngeren/neueren Autoren bemängelt – während Mr. King oftmals in den Himmel gelobt wird. Das ist etwas, was ich nach wie vor nicht verstehen kann. Ich komme mit dem Schreibstil des Autors nach wie vor nicht zurecht. Ehrlich gesagt ging mir dieser variierende Schreibstil oftmals ziemlich auf den Keks… Wenn ich abends im Bett saß, um ein wenig zu lesen, dann bin ich über diesen langen Sätzen fast eingeschlafen.
Nun aber zur Story.
Gut, das Rätsel um Rolands "Rheuma-Erkrankung" ist geklärt… Dazu sag ich nun gar nichts mehr. Meine Meinung bzgl. dieser Erkrankung und King besteht weiterhin.
Ungefähr die erste Hälfte des Buches hatte ich den Eindruck, es würde sich alles nur um "Stephen King" drehen. Klar konnte ich das verstehen, warum ihm das Leben gerettet werden musste… Aber es ging mir trotzdem auf den Keks. Als ob er der Nabel der Welt wäre.
Gut, auf der einen Seite ist es faszinierend, wie King sich in seine eigene Geschichte eingebracht hat… Aber auf der anderen Seite erweckt das in mir das Gefühl, als würde dieser Mr. King die ganze Zeit nur auf seinem hohen Ross sitzen. Und das ist ein Gefühl, was dieser Mann mittels seiner Einleitungen, Nachworte und Anmerkungen ja ohnehin schon in mir geweckt hatte. Eigentlich nur eine Bestätigung. Eine sehr nervige Bestätigung.
Warum mussten so viele sterben? DAS hat mich richtig genervt. Eine ganze Zeit lang, eigentlich vom Unfall Kings bis zum Schluss, hatte ich den Eindruck, als würde ein Muster darin bestehen, Rolands Freunde wegsterben zu lassen. Warum verdammt noch mal? Hat dieser Mann nicht ohnehin schon genug gelitten?! Es wäre doch leichter gewesen, wären sie wieder in ihrer Welt entschwunden, anstatt sie gleich alle umzubringen. Dann hätte Roland nicht noch mehr leiden müssen. (Gut, es sind nicht alle krepiert, aber fast alle…) Aber nein, diese Geschichte dreht sich ja eh nur um Rolands Höllenqualen.
Den Showdown zwischen Oy und Mordred fand ich genauso beknackt. Gut, es ist klar, warum Oy nicht mit Susannah zurück nach Amerika gegangen ist. Aber wenn er bei Roland bleiben wollte, um diesen zu beschützen, warum hörte er auf einmal damit auf Nahrung zu sich zu nehmen? Das hat er nicht gemacht, als Jake starb – warum sollte er das jetzt tun? Vor allem dann, wenn er doch wohl anscheinend wusste, dass er Roland noch beschützen müsse… Nur um Roland noch mehr Kummer zu bereiten? Ich sehe keinen anderen Grund… Das war absolut idiotisch. Aber vielleicht sehe ich den Grund dafür auch einfach nicht. Sollte ihn jemand kennen – klärt mich auf.
Zwischen Mordred und Roland hätte ich mir einen besseren Kampf gewünscht. Das ging mir irgendwie zu schnell. Vor allem, wenn man bedenkt, wie irre lange auf Mordreds Geburt hingearbeitet wurde, dann groß gesagt wurde, dass Roland sich vor ihn in Acht nehmen müsse, da Mordred nur geboren worden sei, um Roland zu vernichten… Es wurde so viel Aufhebens um Mordred gemacht und am Ende … WUMM … und weg war er. Zu viel Trara um nichts. Im Grunde genommen war er dann doch keine ernst zu nehmende Bedrohung für Roland. Fand ich schade. Und nervig, bedenkt man, wie viel Aufhebens um Mordred gemacht wurde… Und eine richtige Rolle hatte Mordred dadurch ja auch nicht gespielt. Dabei fand ich Mordred schon fast sympathisch.
Der Höhepunkt für mich in diesem Band war die Stelle mit dem Empathen Dandelo. Die war richtig schön spannend geschrieben und hat mir sehr gefallen. Eine der wenigen Stellen in dieser Buchreihe, an der ich nicht aufhören konnte zu lesen – und vermutlich die einzige Stelle in der ganzen Reihe, die mein Herz so richtig berührt hat. An dieser Stelle war ich richtig mitgerissen. Hinterher war ich so aufgekratzt und halbwegs panisch, dass ich fast nicht einschlafen konnte. Die Lösung mit dem "Deus ex machina" (wie nicht anders zu erwarten war dies natürlich Stephen King) war eigentlich ziemlich bescheuert… Sowas mag ich eigentlich grundsätzlich nicht… Aber das war zu verkraften. Trotzdem hab ich es lieber, wenn die Protagonisten ihre Probleme selber lösen.
Das Ende auf der New York-Seite war schön. Ein Happy End für Susannah. Das hat mich echt für Susannah gefreut. Ich fand es nur schade, dass Eddie und Jake sich nicht an sie erinnert haben… Sie nur aus ihren Träumen kannten. Aber es war ein Neuanfang für Susannah und gleichzeitig ein Happy End. (Und es gibt sehr wohl Happy Ends, Mr. King. Nur weil Sie nie eines erlebt haben, heißt es nicht, dass es keine gibt…) Ja, die Zeilen, die nach diesem Ende kamen, haben mich wieder angekotzt.
Warum sollte man an dieser Stelle aufhören zu lesen? Das Buch war noch nicht zu Ende. Und die Frage, was Roland im Turm finden würde, war noch offen. Es hätte ja auch sein können, dass er an Altersschwäche stirbt, am Fuße der Treppe. Warum also aufhören zu lesen, wenn noch Fragen offen sind? Dieses Gelabere davon, dass Herzen endlos seien… Blaah! Dann hätte er nicht weiter schreiben brauchen. Ehrlich. Diese Zeilen haben mich wütend gemacht. Ging es nicht eigentlich die ganze Zeit nur darum, dass Roland seinen Turm findet und ihn ersteigt?? Man will doch wissen, wie die Geschichte letztendlich aufhört! Bah, die Zeilen hätte er sich echt sparen können. Das hat mir den Autor nicht sympathischer werden lassen. Im Gegenteil. Als würde der Kerl mit dem Leser nur spielen. Bäh.
Das Ende im Turm war… typisch. Nach den Worten, die Mr. King niederschrieb, habe ich geahnt, dass es für Roland kein Happy End gibt. King warnte davor, dass der Leser enttäuscht sein würde… Ich war nicht enttäuscht. Ich hab genervt die Augen verdreht. Das Ende ist so typisch für den Autor und so typisch für die ganze Geschichte. Irgendwie hab ich's sogar geahnt gehabt, dass es so ausgeht…
Es ging ja im Grunde genommen in der Buchreihe um nichts anderes. Ein Autor lässt seinen Protagonisten durch die Hölle gehen. Toll. Was für eine literarisch hochwertige Leistung, Mr. King. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er den Leser ja eigentlich auch ziemlich gequält hat…
Das Nachwort von King fand ich diesmal äußerst daneben. Im Grunde genommen wie ein Befehl: "Sucht mich nicht. Schreibt mir nicht. Bitte keine wütenden Briefe (als ob er sagen würde: "Bloß keine Kritik!"), besucht mich bloß nicht." Es klang alles in einem total unfreundlich. Klar kann ich verstehen, wenn er keine wütenden Briefe haben will und klar kann ich verstehen, dass seine Wohngegend nicht zum Fandom oder zur Pilgerstätte werden will... Aber ist das nicht selbstverständlich? Ist das nicht eigentlich menschlich? Musste er das wirklich extra erwähnen?
Hätte er sich schenken können. Hätte ich das Buch damals aktuell gelesen, als es rauskam und wäre ich Amerikanerin gewesen, hätte ich vermutlich King schon aus purem Protest einen wütenden Brief geschrieben. oO Wenn er die wütenden Brief eh nicht lesen/beantworten wird, dann bräuchte er nicht erwähnen, dass er keine haben will...
Ich habe noch nie so ein unfreundliches Nachwort gelesen. oO Das hätte er sich echt stecken können. Unmöglich sowas. Zum Arsch abwischen. (Sorry für die Wortwahl, aber allein dieses Nachwort hat mich schon wieder wütend werden lassen.)
Was flüsterte ich, als ich das Buch durchgelesen und wütend zusammengeklappt hatte?
"Sie können mich mal kreuzweise, Mr. King." Ja, ich weiß. Klingt hart. Aber dieser Text von ihm hat mich schon wieder so wütend werden lassen... Ich konnte nicht anders.
Meine Erkenntnisse zu dieser Buchreihe:
Ich mag Stephen King wohl genauso wenig, wie das Susannah tut.
Ich werde diese Geschichte niemandem weiter empfehlen, da ich sie selber einfach zu… ermüdend, anstrengend und nervig fand.
Ich werde wohl nie wieder ein Buch von Stephen King anrühren.
Aber: Ich hab diese verdammte Reihe endlich durchgelesen!