Rezension zu "In einer kleinen Stadt" von Stephen King

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Anachronism

Vor 2 Jahren

(16)

Meiner Meinung nach eines von Kings besten Bücher. Wer wenn nicht der große Meister könnte aus der perfekten Kleinstadtidylle die Vorhölle machen indem er ein kleines, unschuldiges Geschäft seine Tore öffnen lässt...?

Das Buch beginnt mit der Eröffnung des Geschäfts "Needful Things" einer Art Trödelladen der besonderen Art. Den Besitzer Leland Gaunt verkauft nicht für Geld, sondern nur für "Gefallen", die - zunächtst unschuldige Steiche, später aber gradezu terroristische Anschläge -, die einst friedliche Geimeinde derart gegeneinander aufhetzen, dass bald schon ein tödlicher Nachbarschaftskrieg kaum mehr aufhaltbar scheint.

Den meisten treuen King-Lesern dürfte Castle Rock ein Begriff sein, ist das kleine Städtchen doch Schauplatz einer ganzen Reihe seiner Bücher. So darf man sich auch dieses Mal unter anderem auf ein Wiedersehen mit Ace Merrill ("Die Leiche" auch bekannt als Film "Stand by me") freuen. Doch abgesehen von bereits bekannten Gesichtern gelingt es King wie keinem anderen, eine gesamte Stadt glaubhaft zum leben zu erwecken. Einfühlsam erschafft er einzigartige und realistische Charaktere in denen sich der Leser wiederzufinden vermag und gewillt ist mit ihnen zu wüten und entsetzt zu sein. Das Ende ist bedauerlicherweise etwas zu typisch für King, aber da es recht knapp ausfällt, vermag es dem Buch nichts mehr anzuhaben. Zu lieb gewonnen hat man die Charaktere des Buchs, als dass man ihnen ein enkbar schlichtes Ende übel nehmen könnte und zu genial ist der große Showdown der aufgebrachten Castle Rock Bewohner.

"Needful Things - In einer kleinen Stadt" ist ein Buch über grenznlose menschliche Gier, die (fehlende) Fähigkeit Empathie zu empfinden und den verborgenen Horror einer angeblichen Idylle. So lässt sich nur mit Stephen Kings selbstgewähltem Credo schließen: „Guten Menschen passieren böse Dinge, weil das Leben einfach so ist“.

Autor: Stephen King
Buch: In einer kleinen Stadt
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