Rezension verfasst vor 8 Monaten
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"Ich will Blut fließen sehen. Lass es nicht dazu kommen, dass ich es zweimal sagen muss."
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Inhalt: George Stark ist tot. Abgelegt. Ausrangiert. Der Schriftsteller Thad Beaumont kriegt durch einen Erpressungsversuch den letzten Anstoß dazu, das Pseudonym, unter dem er jahrelang sehr erfolgreich Bücher geschrieben hat, aufzudecken und gleichzeitig einzumotten. Er will wieder unter seinem eigenen Namen schreiben. Doch so leicht lässt sich George Stark nicht abschieben. Eine brutale Mordserie zieht sich durch verschiedene Bundesstaaten, die Polizei ist machtlos. Jedes der Opfer steht irgendwie mit Thad Beaumont in Verbindung. Und an jedem Tatort werden Thads Fingerabdrücke oder ähnliche Hinweise auf ihn gefunden. Aber Thad kann es nicht gewesen sein! Langsam aber sicher drängt sich ihm und den anderen Beteiligten ein schier unmöglicher Verdacht auf: Ist George Stark, der Mann, den es nur auf dem Papier gab, auferstanden, um sich zu rächen?
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Meine Meinung: Nach langer Zeit habe ich auf Empfehlung einer guten Freundin endlich mal wieder einen King zur Hand genommen - und es absolut nicht bereut. Bis auf eine Ausnahme ("Sie") habe ich von Stephen King bisher nur etliche Kurzgeschichtensammlungen gelesen, in denen von wirklich herausragend großartigen Geschichten bis hin zu totalem Bockmist alles vertreten war. "Stark" hat mir allein von der Thematik her schon sehr zugesagt. Ich schreibe selbst gerne und jeder, der das auch tut, wird mir zustimmen wenn ich sage, dass man manchmal Ideen hat und sich Dinge ausdenkt, die man im wirklichen Leben nie tun bzw. so fühlen oder unterstützen würde - aber es ist okay, denn es handelt sich ja nur um eine zu Papier gebrachte Fiktion, nicht? Mir gefällt die Idee einer dunklen Seite des Schriftstellers, der dieser sich gar nicht so bewusst ist, mit der King sich hier auseinander setzt. Was passiert, wenn diese dunkle Seite sich plötzlich selbstständig macht? Wer ist dann stärker? Sie oder der ursprüngliche, der "gute" Teil des Menschen? Der Unterschied zwischen Thad und George könnte größer nicht sein und doch gibt es immer wieder beängstigende Gemeinsamkeiten, die sich vor allem Thad nicht eingestehen will. Der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich spannend, selbst wenn einmalig auftauchende Nebencharaktere auftreten gestaltet King sie absolut großartig. Die Vögel - Sperlinge - die immer wieder auftauchen, haben mich sehr an Hitchcocks "Die Vögel" erinnert und für das letzte bisschen Gruselstimmung gesorgt, auf das ich mich eingestellt habe, ein Element, das King wie immer sehr gekonnt einsetzt. Worüber ich immer noch sinniere ist das 'Vorwort' von King: "Für seine Mithilfe und Anregung bin ich dem verstorbenen Richard Bachman Dank schuldig. Ohne ihn hätte dieser Roman nicht geschrieben werden können." Ob King, der ja lange unter dem Pseudonym Richard Bachman geschrieben hat, sich mit ähnlichen Gedanken und Dingen auseinandersetzen musste wie Thad Beaumont? War Richard Bachman sein George Stark? Oder war er der Thad Beaumont? Bislang habe ich noch keine der unter dem Namen 'Bachman' veröffentlichten Romane gelesen, aber allein diese kleine Vorbemerkung macht sich sehr neugierig auf den direkten Vergleich King - Bachman. Vielleicht hat Stephen King mit dieser kleinen Vorbemerkung in genau diesem Roman gerade bewirkt, dass demnächst ein Bachman-Roman seinen Weg in mein Regal findet. Gekonnt, Mr. King, sehr gekonnt.
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Fazit: Wer vor der wirklich bildhaften Beschreibung von Gewalt und den dazugehörigen Abgründen zurückschreckt, der sollte lieber die Finger von "Stark - The Dark Half" lassen. Alle anderen, die die Grundidee des Romans reizt - ran da! Vier Sterne für einen großartig-gruseligen King.
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