Rezension verfasst vor 4 Monaten
(9)
Als ich den Film "New Moon" zum ersten Mal sah, ohne das Buch zu kennen, fand ich ihn schlichtweg langweilig. Erst erzählt Edward, dass er Bella liebt, dann überlegt er es sich binnen 5 Filmminuten anders und verschwindet, Bella sitzt monatelang verstört in ihrem Zimmer, dann taucht Jacob auf, der von vornherein keine Chance bei ihr hat und am Ende ist - oh, Überraschung - Edward doch wieder da.
Wenn man "Biss zum Morgengrauen" gelesen hat, hat der Film schon eine ganz andere Wirkung. Doch seine wirkliche Faszination erhält er erst, wenn man "Biss zur Mittagsstunde" liest. An der Handlung ändert sich zwar grundsätzlich nichts, aber man gewinnt an Hintergrund, versteht Bella und bewertet die Geschichte ganz anders.
So begreift der Leser, dass Bella sich nicht über Edwards Sinneswandel wundert, weil sie von Beginn an nicht glauben konnte, dass dieser interessante Mann sie genauso spannend findet wie sie ihn.
"Biss zum Morgengrauen" ist nicht die Geschichte des Verlusts einer Teenager-Liebe. Es geht um den Verlust einer Liebe, von der man bzw. Bella ganz genau weiß, dass sie das einzig Richtige war. Es mag ungewöhnlich sein, dass die Protagonistin eine solche Liebe schon im zarten Alter von 18 Jahren kennengelernt hat. Aber dass weder Bella noch Edward zu den Durchschnitts-Teenagern gehören, weiß man ja bereits aus dem ersten Band.
Im Grunde ist die Biss-Reihe für mich keine Vampirstory, sondern eine reine Liebesgeschichte. Es geht um die Frage, ob sich beide so auf diese Liebe einlassen können, dass sie die Konsequenzen zu tragen bereit sind. Dass Edward ein Vampir ist, macht diese Konsequenzen lediglich tragischer. Es gibt keinen Weg zurück mehr. Wenn Bella sich einmal entschlossen hat, ein Vampir zu werden, ist dies wirklich buchstäblich eine Beziehung für die Ewigkeit. Den Mut muss man erst mal aufbringen!
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