Leser-Rezension zu „The Host” von Stephenie Meyer
am 23.05.2010
Wie vermutlich viele Leser bin ich auf "The Host" (deutscher Titel "Seelen") von Stephenie Meyer durch Twilight gestoßen. Ich möchte nicht behaupten, dass ich Twilight durchgehend überragend gut fand, aber es hat mir gefallen. Daher wollte ich unbedingt auch "The Host" lesen. Erst war ich etwas skeptisch, da es sich so gar nicht um mein Genre handelt. Ich würde das Buch in den Bereich Science Fiction einordnen. Wie auch Stephenie Meyers andere Bücher handelt es sich um ein Jugendbuch. Davon merkte ich aber eigentlich gar nichts, also keinerlei sprachlichen oder inhaltlichen Einschränkungen.
"The Host" erzählt uns die Geschichte einer Seele, die in einem menschlichen Körper lebt. Diese Seelen leben auf vielen verschiedenen Planeten, um das dortige Leben zu übernehmen, sprich sie besetzen die Körper der Ureinwohner. Ich habe oft gehört, dass die Seelen Außerirdische sind. Wahrscheinlich würden wie sie so bezeichnen, weil sie von einem anderen Planeten kommen. Hier begleiten wir im Speziellen die Seele "Wanderer", welche im Körper Melanies lebt. Wir befinden uns auf dem Planeten Erde. Wanderer ist ein besonderer Fall, da sie auf einige Schwierigkeiten bei der Kontrolle über ihren Körper stößt.
Am Anfang des Buches war ich etwas verwirrt. Ich wusste nicht genau, was hier vor sich geht, um was es genau geht. Aber das würde ich nicht unbedingt negativ bewerten, denn ich fand die ersten Seiten äußerst interessant und spannend. Ich kam sogar ins Grübeln ob Science Fiction nicht vielleicht doch etwas für mich wäre (solange sie nicht im Weltall spielt, sondern auf der Erde). Dann allerdings fand ich einige Passagen ziemlich langatmig, weshalb ich ewig für das Buch brauchte. Ich fand zwar alles ganz interessant und nett, aber die Spannung fehlte mir ein Wenig. An und für sich ist die Idee hinter der Geschichte gut, aber es wird alles viel zu ausführlich erzählt. Eigentlich mag ich diese Details, denn die waren es auch, die ich an Twilight so besonders fand. Aber wenn nach 300 Seiten noch immer nichts großartiges passiert und ich zwar wissen will, wie es endet, aber den Weg dort hin schier unendlich erscheint, dann wurde meiner Meinung nach doch etwas übertrieben.
Später passierte dann doch noch etwas mehr, allerdings war es nach wie vor etwas schleppend. Ihr müsst euch vorstellen, ich habe ein Monat für dieses Buch gebraucht, weil es mich nicht mitreißen konnte. Abbrechen war keine Option gewesen, denn es hat mir ja gefallen. Die Stimmung, die Sprache, das alles fand ich gut. Doch ich hatte nicht dieses Gefühl, dass ich unbedingt weiter lesen muss.
Wie auch bei Twilight spielt Liebe hier eine Rolle, allerdings nicht in dem selben Ausmaß. Es geht viel mehr um Freundschaft, Loyalität und Zusammenhalt. Das Buch vermittelt die Botschaft, dass es egal ist, woher wir kommen oder ob wir anders sind. Was zählt ist, dass wir "gut" sind.
Das Ende kam dann überraschend, aber hat mir doch sehr gut gefallen. Vielleicht hätte ich nur den Anfang und den Schluss lesen sollen? Nein, also sollte es wirklich noch eine Fortsetzung geben, dann werde ich sie auf jeden Fall lesen. Denn die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, und auch die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Aber ein paar Seiten weniger und alles wäre noch viel besser.
Textausschnitt:
"You know that was for you, Mel. You know that. Not for h-- it. You know I wasn't kissing it." My next sob was louder, a moan. Why couldn't I shut up? I tried holding my breath. "If you're in there, Mel..." He paused. Melanie hated the "if".
Übersetzung:
"Du weißt, das war für dich, Mel. Du weißt das. Nicht für s---es. Du weißt, ich habe nicht es geküsst." Mein nächster Schluchzer war lauter. Warum konnte ich nicht still sein? Ich versuchte, die Luft anzuhalten. "Wenn du da drinnen bist, Mel..." Er machte eine Pause. Melanie hasste dieses "wenn".

