Leser-Rezension zu „The Host” von Stephenie Meyer
am 2.06.2011
Inhalt:
Aliens sind auf der Erde gelandet und nehmen die Körper der Menschen in Besitz. Doch nimmt immer läuft die Übernahme ohne Probleme ab. Denn die MEnschenfrau Melanie lässt sich von der Seele Wanderer nicht aus ihrem Körper vertreiben. Sie lotst die Seele in ihr zu ihrem geliebten Jared und ihrem Bruder Jamie, die anfänglich mit dieser "Partnerschaft" nicht einverstanden sind. Nur wenige Sympathien haben die überlebenden Menschen für Wanderer in Melanies Körper übrig. Wanderer muss sich die Toleranz der anderen schwer erarbeiten und erweist sich nach einiger Zeit als wichtiges Mitglied der Gemeinschaft. Nun muss "Wanda" nur noch mit ihrem gespaltenen Gefühlen zu Jared, dem Menschen Ian und anderen der menschlichen Gemeinschaft klarkommen. Denn ein weiteres Problem befindet sich außerhalb der Gruppe: Eine der Seelen, eine Sucherin, kann nicht akzeptieren, dass die Seele Wanderer anders ist als andere Seelen und mit Menschen und dem Geist ihres Körpers in Einklang lebt. Wanda muss sich etwas einfallen lassen um die liebgewonnenen Menschen und Melanies Körper zu schützen, auch wenn das bedeutet sich selbst zu verleugnen.
Autorin:
Stephenie Meyer wurde bekannt durch ihre Bis(s)-Jugendbuchreihe. Wie diese wird "The Host"/"Seelen" aus der Ich-Persepktive erzählt. Wie auch der Bis(s)-Reihe sind sexuelle Anbandelungen tabu, bis auf ein oder zwei Küsschen. Als Mormonin lässt Meyer auch in ihren Werken immer wieder ihre religiösen Ansichten einfließen. In diesem Fall scheint das christliche Prinzip der Nächstenliebe und des "Wangehinhaltens" stark im Vordergrund zu stehen, denn Wanda ist nichts mehr zuwider als anderen zu schaden oder sie zu verletzen, selbst wenn diese versuchen sie zu töten.
Fazit:
"The Host" war, neben der Schullektüre, das erste Buch, das ich komplett auf englisch gelesen habe. Meyers recht einfache Sprache macht es aber sehr einfach sich nach wenigen Seiten zurecht zu finden und alles zu verstehen.
Auch der Plot ist nicht wirklich schwierig nach zu vollziehen. Wer andere Bücher von Meyer kennt, kennt das Prinzip des "ewigen" Leidens der Hauptfiguren. Nach dem Prinzip "Halte auch die rechte Wange hin" ist vereinzelt sehr anstrengend zu verfolgen, was die Hauptfigur alles mit sich machen lässt. Es erinnert an die Figur der "Bella", die ebenfalls alles getan hätte um ihre Liebsten zu schützen. Innerhalb der über 600 Seiten zieht sich die Geschichte vereinzelt sehr, denn es scheinen viele Monate der gleichen Eintönigkeit zu vergehen. Ständig leben alle in Angst, manche überwinden ihre Vorurteile nie. Wie im echten Leben.
Empfehlung:
Wer Twilight und Co verschlungen hat, wird das Gefühlschaos von Wanda und Melanie, Jared und Ian ebenfalls lieben. Für mich war es nur bedingt was, denn das doch recht passive und aufopferungsvolle Verhalten der Hauptfigur war vereinzelt doch recht anstrengend. Aber im Buch selbst wird genau dieses "egoistische" Verhalten als typisch menschlich beschrieben.
Jüngere LeserInnen werden sich gut in die Emotionen von Wanda und Melanie einfühlen können (Verliebtheit, Eifersucht, Angst vor Zurückweisung, Angst vor dem Unbekannten), für ältere LeserInnen könnten die 600 Seiten vereinzelt doch etwas lang sein.

