Rezension zu "Der gefrorene Rabbi" von Steve Stern

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Eeyorele

Vor 1 Jahr

(7)

Leseprobe und Klappentext hatten mich auf mehr hoffen lassen. Suche nach den eigenen Wurzeln, ein Rabbi aus dem neunzehnten Jahrhundert im Amerika der Gegenwart, dass alles hat mich dazu bewogen, mich sehr zu freuen, dass ich ein Vorabexemplar dieses Buches erhalten habe. Und dann auch die Leseprobe, die zwar schon ein wenig eigen zu lesen war, aber durchaus Lust auf mehr machte.

Das Buch selbst aber, ist eher enttäuschent. Da dies nur ein Vorabexemplar ist und das Buch im Einzelhandel ein Glossar haben wird, wird sich den späteren Lesern auf jeden Fall nicht das Problem stellem welches ich zum Teil mit den jiddischen Ausdrücken hatte. Doch denke ich nicht, dass auch wenn ich alle Wörter im einzelnen verstanden hätte, ich immer den Sinn des Textes hätte ausmachen können, vor allem dann, wenn Bernie in seinem neu entdeckten spirituellen "Wahn" sich zu immer neuen Sphären aufschwingt und seiner Freundin Lou davon erzählt oder einfach nur mit sich darüber nachdenkt.
Der Rabbi selbst, der nach 5 Wochen Dauerbestrahlung des Amerikanischen Fernsehens und mit der Hilfe von Bernies Vater innerhalbt kürzester Zeit zu einem Mogul der Meditation aufsteigt und sich nur zu gern von den strengen Regeln seines frührern Lebens abwendet und offen sein Liebesleben auslebt, ist zwar Titelgeber des Buches, doch bleibt, wie auch Bernie irgendwie farblos, so das mein Interesse an der Entwicklung der Geschichte eher gering war.
Sowieso war mein Drang, unbedingt weiterlesen zu wollen von vielen langatmigen Stellen unterbrochen, da sich, wie schon gesagt auch die Charaktere nicht entwickeln und auch nicht so dargestellt sind, als das man sich mit ihnen identifizieren könnte. Der einzige Abschnitt im Buch, der mich wirklich gefesselt hat, war die Geschichte von Jochebed und Schmerl. Hier lässt sich ein wenig Entwicklung und Charakterisierung erkennen, sowie auch eine Möglichkeit sich überhaupt in die Figuren einzufühlen. Ansonsten läuft dich Geschichte, mit immer wieder eingestreuten und (leider) nicht weitererklärten jiddischen Begriffen und Ritualen so vor sich hin.
Neben dem Ende, welches ich hier nicht verraten werden, obowhl es mich wirklich sehr enttäuscht und fast schon verstört hat, ist mir besonders die immer wieder aufkommende Beschreibung sexuelle Handlungen aufgefallen, die in der Art und Weise und in der Häufigkeit für die Geschichte weder weiterbringend, noch Vorteilhaft war. Wird nicht gerade von irgendwelchen außerkörperlichen Erlsbnissen berichtet, so wird dem körperlichen (als Gegenstück wie es scheint) die absolute Aufmerksamkeit zuteil. In meinen Augen unnötig.
Leider erfährt man auch nicht so richtig etwas über den jüdischen Glauben oder die Traditionen und die Geschichte des jüdischen Volkes, sondern muss sich alles ein wenig selbtszusammenreimen, aus wagen Beschreibungen der Protagonisten, die ihre Lage selbst scheinbar überhaupt nicht zu verstehen scheinen und keinen Blick für das Weltgeschehen haben.
Der Stil ist teilweise wirklich langatmig und wechselt nach der GEschichte von Jochebed und Schmerl in eine komische Form, da Bernie seiner Freudin dann die Geschichte seiner Ahnen aus dem Buch seines Großvaters vorliest.

Nur die Geschichte von Jochebed und Schmerl, die leider dann viel zu plötzlich zu Ende geht, lässt mich diesem Buch zwei Sterne geben. Ich bin leider sehr enttäuscht und hatte mir viel mehr von der Idee versprochen.

Autor: Steve Stern
Buch: Der gefrorene Rabbi
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