Leser-Rezension zu „Bibliomania” von Steven Gilbar
am 4.10.2007
Eine Sammlung literarischer Fakten und Kuriositäten
“Alle Begeisterten vereint der Glaube, dass Bücher etwas bewegen, und solange solche Freunde des Buches leben, so lange wird die Literatur blühen und gedeihen.“
(Steven Gilbar)
Welche zehn unantastbaren Rechte ein Leser im Allgemeinen hat, was man unter Bibliomanie versteht und wie George Orwell im wirklichen Leben hieß, sind nur Bruchstücke dieses liebevoll zusammengestellten Sammelsuriums aus dem Hause Dörlemann.
Gerade Sie, als Besucher des Literaturreports und seiner Community, kennen sie! Die Leidenschaft zum Buch, die Affinität zum gedruckten Wort, das Bestaunen voll bestückter Regale bei Ihrem Buchhändler und die damit verbundene, fast schmerzvolle Entscheidungsfindung, welches Buch Sie nun gezielt mit nach Hause tragen können. Wo sie sie doch am liebsten alle mitnehmen würden.
Daheim ein sich ständig aufstockender Stapel ungelesener Bücher, der liebevoll in den literaturaffinen Forenkulturkreisen auch als SuB bezeichnet wird, ist hierbei nur eines von vielen Indizien, die zur Diagnose der Bibliomanie führen. Denn Bücher brauchen Zeit, doch diese rennt uns förmlich davon. Wir kaufen auf Vorrat. Wir hamstern und kennen keine Grenzen. Wir sind notorische Bibliomanen…
»Jeder denkt, ich sei total verrückt nach Sex. In Wahrheit lese ich viel lieber ein gutes Buch.«
Madonna
Durch zahlreiche Zitate untermauert und ausgeschmückt erfährt der Leser dieser Lektüre nicht nur in einer kurzen Ausflucht von der Geschichte des Buchdrucks, sondern vielmehr Dinge und Umstände, auf die er im Normalfall nicht unbedingt aufmerksam geworden wäre. Oder wussten Sie, dass Mark Twain das erste, aller maschinen geschriebenen Manuskripte eingereicht hat?
Von der Auflistung aller bisherigen Literaturnobelpreisträger, zwölf unvollendeten Werken namhafter Autorinnen und Autoren, dem ältesten Buch in deutscher Sprache und unzähligen, listenreichen Darstellungen unterschiedlichster Gegebenheiten rund um die Literatur, ist es vor allem die Liebe zum Buch, die hier unumstritten den Autor angetrieben hat, dieses Sammelsurium zu erstellen.
Ein Schmankerl der etwas anderen Art für Zwischendurch, das sich nicht nur leicht und flüssig lesen lässt, sondern sicher noch einige Male dazu animiert, aus dem Regal genommen und erneut quergeschmökert zu werden. Gern auch als Lektüre neben der Bettlektüre, als Buch neben dem Buch.
Durch die bunt zusammen gewürfelten Informationen, seien sie von großer Bedeutung oder trivialer Natur, ist eines sicher: Hin und wieder stoßen Sie auf Schriftsteller oder Buchtitel, die neugierig machen. Namen, die Ihnen „dunkel“ etwas sagen und Sie dazu ermuntern nachzufassen, sich einem Buch zu widmen, auf das Sie so ohne weiteres bei Ihrem Händler nicht gestoßen wären.
Ein Buch-Buch, das, kurzum gesagt Lust auf mehr macht, neue Richtungen in punkto Titelauswahl einschlagen dürfte oder aber die Bibliomanie mit seiner Auswahl fördert, sodass ihr SuB nach dem nächsten Händlerbesuch um ein paar Titel erweitert wird. Sollte dies der Fall sein, so treten Sie ein, in die Literaturreport-Community, seien Sie literatissimo und diskutieren Sie mit anderen Bibliomanen über die “krankhaft übersteigerte Büchersammelwut“…
© by Daniel Biester | Literaturreport.com

