Leser-Rezension zu „Das Glück der anderen” von Stewart O'Nan

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Babscha Babscha
Verfasst von Babscha
am 25.02.2010
 

Friendship, eine amerikanische Kleinstadt irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts. Mitten in der glühenden Hitze des Hochsommers bricht die Diphterie aus. Zunächst unerkannt, rafft sie erst wenige Menschen dahin und greift danach wie entfesselt um sich. Es gibt keinerlei Gegenmittel. Allein Jacob Hansen, Polizist, Reverend und Bestatter in einer Person und sein Freund „Doc“, der Arzt der Stadt, erkennen den Ernst der Lage und versuchen zu retten, was zu retten ist, aber der Erfolg bleibt aus. Wie immer unter akut lebensbedrohlichen Bedingungen versuchen die Leute ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen irgendwann nur noch, sich selbst zu retten. Bis zuletzt auch noch eine Feuersbrunst auf die Stadt zurast.

Im Mittelpunkt der dramatischen und unter die Haut gehenden Geschichte steht der innerlich zerrissene Jacob, der sich einerseits bis zum Letzten für die Stadt und seine Bewohner aufopfert und den andererseits die Schicksalsprüfung, der auch seine eigene kleine Familie nicht entrinnen kann, in seinem christlichen Glauben zutiefst erschüttert. Das Buch ist zu aller erst Zeugnis eines Mannes, den die furchtbaren Geschehnisse mehr und mehr erdrücken und der in eine ganz sonderbare, schizophrene Geisteshaltung zwischen unbedingtem Pflichtbewusstsein und absoluter Verzweiflung getrieben wird.

Eine O´Nan-typisch gemächlich beginnende, sich dann aber zunehmend zu einem Alptraum entwickelnde Geschichte über die Beschränktheit und Irrationalität der menschlichen Natur im Angesicht massiver äußerer Bedrohung.

 

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Das Glück der anderen Das Glück der anderen
Stewart O'Nan

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Das Glück der anderen
von Stewart O'Nan

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