Leser-Rezension zu „Halloween” von Stewart O'Nan
am 7.03.2010
Der Roman spielt in der heutigen USA, in einer Kleinstadt an der Ostküste. Halloween naht wieder; der Tag, an dem das Leben einiger Einwohner der Stadt, eine tragische Wendung nahm. Es hatte einen Autounfall gegeben, 3 Jugendliche starben, 2 überlebten, einer von ihnen bleibt schwer behindert. Das Leben der Überlebenden und ihrer Familien verändert sich grundlegend. Der Polizist Brooks hatte damals den Unfall aufgenommen. Seitdem geht sein Leben den Bach runter. Seine Frau verläßt ihn, er muß sein Haus verkaufen, er macht schwere Fehler auf der Arbeit, die ihn seinen Job kosten können. Die Geister der verunglückten Jugendlichen verfolgen das Geschehen. Was ist nur los mit Brooks? Anscheinend lastet etwas auf seinem Gewissen...
Eigentlich eine originelle Geschichte, man kann ihr eine gewisse Spannung nicht absprechen. Mir hat der Roman jedoch trotzdem nicht gefallen. Bei Irrealem sinkt mein Interesse und wenn Geister eine Rolle spielen, sage ich mir dauernd: „so,n Quatsch“. Mit den Geistern hätte ich mich ja vielleicht noch abfinden können, wenn der Roman in einer ansprechenden Sprache verfaßt wäre, aber das ist leider nicht der Fall, finde ich. Die Sprache ist sehr simpel und unschön, die Geschichte wirr und teils unverständlich erzählt. Ich muß allerdings zugeben, daß ich ab Seite 100 nicht mehr sehr aufmerksam gelesen habe, da mich das Buch doch meistens eher genervt als interessiert hat. Nur weil es recht dünn ist, habe ich es zu Ende gelesen.
Was mir gefallen hat, war die treffende Beschreibung des polizeilichen Alltags von Brooks. Ich war selbst viele Jahre in der Law Enforcement Abteilung einer US-amerikanischen Militärpolizei-Behörde und hatte beim lesen viele deja-vu Erlebnisse.

