Inhalt:
1966 verschwindet die junge Harriet Vanger spurlos von der durch einen Unfall abgeriegelten Insel Hedeby. Es gibt keine Spuren, keine Leiche, nichts. Doch jedes Jahr erhält ihr Onkel Henrik Vanger eine Blume – wie sie einst Harriet zu seinem Geburtstag zu schenken pflegte. Er beauftragt Mikael Blomkvist, für ein Jahr zu ihm nach Hedestad zu ziehen und noch einmal alle Akten und Ermittlungen durchzugehen, in der Hoffnung, dass er als Unabhängiger noch eine Spur findet. Und tatsächlich entdeckt Mikael etwas. Zusammen mit seiner neuen Gehilfin Lisbeth Salander kommt er tatsächlich einem Mörder auf die Spur und gerät dabei selbst in höchste Lebensgefahr...
Meine Meinung:
Lange habe ich mich gesträubt, das Buch zu lesen, denn mit Schwedenkrimis kann ich eigentlich so gar nichts anfangen und die Geschichte hat mich auch nicht gereizt. Aber nachdem Mr. Moon mich lange „bearbeitet“ hat und schwärmte, schlug ich doch die ersten Seiten auf – und war sofort gefangen!
Stieg Larsson hat unglaublich sympathische, nicht der Norm entsprechende Personen geschaffen, die es verstehen, einen sofort in ihren Bann zu ziehen. Um diese Personen herum hat er eine unglaubliche spannende Geschichte erzählt, die viele Personen und viele Jahre mit sich bringt, aber doch nie zäh oder langweilig wirkt. Man lernt jede einzelne Person des großen Vanger-Clan’s kennen, bringt sie aber nie durcheinander.
Das Mysterium „Harriet“ hat die ganze Familie auseinandergebracht, so sind allein schon die Verbindungen und Streitereien dieser Familie unglaublich interessant.
Man weiß selbst nicht, wem man vertrauen kann und wen man in Verdacht ziehen könnte. Aber man weiß gleich, wer einem sympathisch ist und wer nicht ;)
Nebenbei geht es auch noch um Mikael’s Besessenheit gegenüber seinem Gegner Wennerström, sein Magazin „Millenium“ und Lisbeth Salander’s Privatleben. Sehr interessant und gut in die Geschichte eingebaut.
Aber auch an Stellen, in denen es nicht um die Spannung geht, sondern um private Dinge, etc. ist man wie gefangen und möchte wissen, wie es weitergeht. Es wird nie langweilig.
Das Buch ist im Erzählerstil entweder aus Mikael’s Sicht oder aus der von Lisbeth geschrieben, frei gemischt. Ist man eben noch bei Mikael in Hedeby kann man im nächsten Moment schon wieder was von Lisbeth’s Leben in Stockholm erfahren. Aber alles passt, man fühlt sich nie überrumpelt oder verliert den Überblick. Und in der Mitte des Buches werden die Stränge zu einem einzigen verflochten.
Die Sprache wiederum ist verständlich und flüssig, selbst die kurzen Wirtschaftseinblicke sind leicht verständlich. Für viele sind diese Teile sehr trocken, aber obwohl ich mich überhaupt nicht für so etwas interessiere, fand ich es interessant und gut geschrieben.
Einzig und allein die ungewohnten Namen trügen etwas das Bild, aber daran gewöhnt man sich. Woran ich mich allerdings schlecht gewöhnen kann, ist, dass der Autor immer die vollen Namen der Personen schreibt. Hatte er es erst in einem Satz getan, kann es auch 2 Sätze weiter wieder vorkommen. Aber gut, das ist wohl eine Eigenart, mit der man Leben muss ;)
Fazit:
Die Seiten fliegen einem bei Stieg Larsson’s Debüt nur so durch die Finger