Rezension zu "Angelfall (Penryn & the End of Days, Book 1)" von Susan Ee

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Kiara

Vor 1 Jahr

(6)

Inhalt:
Sechs Wochen ist es her, dass die Engel der Apokalypse die Welt, wie wir sie kennen, zerstört haben. Seitdem leben die Menschen, die dies überlebt haben, in Angst und Schrecken. Dazu gehört auch die 17-jährige Penryn. Als eine Gruppe von Engeln ihre kleine Schwester entführt, ist sie bereit alles dafür zu geben, sie zu befreien. Auch wenn das heißt, einen Pakt mit einem verfeindeten Engel eingehen zu müssen...

Eindruck:
Auf den ersten Seiten habe ich mich noch gefragt, wieso dieses Buch solche Begeisterungsstürme hervorruft. Denn zum einen konnte mich die Sprache überhaupt nicht begeistern. Bin ich bei englischen Büchern eigentlich schon glücklich, wenn es einfach genug geschrieben ist, dass ich den Sinn verstehe, habe hier sogar ich gemerkt, dass der Stil sehr holprig ist und einfach zu viele Wiederholungen vorkommen. Zum hat mich der Handlungsbeginn nicht überzeugt, klang doch alles wie eine weitere durchschnittliche postapokalyptische Romanze zwischen einem Teenie und einem unglaublich gutaussehenden Engel. Aber was habe ich mich getäuscht! Je mehr ich gelesen habe, umso mehr "musste" ich meine Meinung revidieren. Denn "Angelfall" ist alles andere als Durchschnitt! Bin ich sonst schon froh, wenn sich der ein oder andere Aspekt eines YA-Buches von der Masse unterscheidet, so kann ich sagen, dass sich dieses Buch in allen Aspekten meilenweit von der YA-Schwemme abhebt.

Beginne ich mit den Charakteren: Penryn ist genau so, wie ich mir eine "Heldin" in einem Jugendbuch wünsche: Sie ist mutig und tough, steht für die, die sie liebt ein und scheut sich nicht Verantwortung zu übernehmen sowie schwierige Entscheidungen zu treffen. Und ganz besonders wichtig: Sie bekommt nicht gleich einen Herzkasper, nur weil ein gutaussehender junger Mann vor ihr steht! Besagter gutaussehender "junger" Mann ist niemand geringeres als ein Jahrhunderte alter Engel namens Raffe. Dieser sieht zwar - wie kann es auch anders sein - übernatürlich gut aus, mit all seinen Muskeln und Engelsflügeln, aber zum Glück wird Penryn nicht gleich zum willenlosen Zombie, wenn er in ihrer Nähe ist. Raffe selbst blieb mir weite Teile des Buches ein Rätsel. Er ist sehr distanziert, verschlossen und geheimnisvoll und man erfährt erst nach und nach, was es mit ihm auf sich hat.

Penryn und Raffe nähern sich im Laufe der Handlung zwar ganz vorsichtig einander an. Allerdings entspinnt sich nicht direkt eine typische-kitschige "Ich kann ohne dich nicht mehr leben"-Liebesgeschichte. Die Beziehung zwischen den beiden ist dazu viel zu fragil, verfolgt doch jeder seine eigenen Ziele und beide wissen, dass ihre Partnerschaft nur von kurzer Dauer sein wird. Aber gerade weil es nicht offensichtlich ist, dass aus ihnen zwangsläufig ein Paar wird, war es umso schöner ihre Entwicklung zu verfolgen, die noch einige Überraschungen bereithält.

Die Handlung selbst ist dabei auch überaus spannend und vor allem überraschend! Was die beiden zusammen erleben, hat mich bis zum Ende hin gefesselt. Und auch die postapokalyptische Welt, die Susan Ee entwirft, hat mich begeistert. Sie ist düster, gefährlich, brutal und als Leser fragt man sich genauso wie Penryn, was die Engel dazu bewogen hat, die Apokalypse einzuläuten. Generell ist dieses düstere Buch voller Geheimnisse, von denen leider viel zu wenige gelüftet werden. Und das Ende ist leider ein einziger riesiger Cliffhanger, so dass ich es kaum erwarten kann, Band zwei der Reihe zu lesen.

Fazit:
Die postapokalyptische Welt von "Angelfall" hat mich mit seinen neuen Ideen und der fesselnden Umsetzung vollständig in seinen Bann gezogen. Fernab von Klischees wird hier der Grundstein für eine neue, faszinierende Reihe gelegt, auf deren zweites Buch ich jetzt schon sehnsüchtig warte!

Autor: Susan Ee
Buch: Angelfall (Penryn & the End of Days, Book 1)
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