Leser-Rezension zu „Aus Versehen verliebt” von Susan Elizabeth Phillips
am 8.12.2009
Inhalt:
Georgie York, ehemaliger TV-Serienliebling ist von ihrem Mann und Filmstar Lance verlassen worden. Sie hat nur noch ihren Stolz, niemand von der Presse hat sie bisher weinend erwischt. Das ändert sich, als sie mit der Schlagzeile konfrontiert wird, dass ihr Lance und seine neue Frau ein Baby erwarten. Zu allem Unglück taucht nun auch noch Bram Shepard auf, mit dem sie jahrelang in der Serie 'Skip und Scooter' gespielt hat. Wie in ganz Hollywood bekannt, hassen die beiden sich von ganzem Herzen. Niemand ist erstaunter als die beiden selber, als sie nach einer durchfeierten Nacht in Las Vegas verheiratet aufwachen.
1. Satz:
Die Schakale umschwärmten sie, als sie ins Freie trat.
Rezension ( Meine Meinung ):
Die ersten 150 Seiten empfand ich als etwas holprig, aber dann fängt sich die Geschichte und liest sich angenehm weiter. Vielleicht war es auch einfach störend, dass die Autorin ganz bewusst auf die Ähnlichkeit zu der Promi-Schlammschlacht Angelina Jolie, Brad Pitt und Jennifer Aniston setzt. Jennifer Aniston bekommt hier allerdings eher das Aussehen von Julia Roberts verpasst. Die Hochzeit in Las Vegas kommt jedem bekannt vor, der die Serie 'Friends' gesehen hat und sie spielt auch ganz offen darauf an.
Der Hauptcharakter Georgie ist anfänglich der Typ armes Hascherl - reich, berühmt und emotional ausgenutzt, die aber weiterhin ihren Weg als Robin Hood verfolgt und sich ganz aus Versehen in Bram verliebt, der sie eigentlich schon oft genug gedemütigt hat. Welche Botschaft die Autorin hier verbreiten möchte, ist mir zumindest unklar. Georgie macht in diesem Buch eine starke Entwicklung durch, wobei sie aber immer hilfreich, edel und gut bleibt.
Bram ist auf der einen Seite emotional unterentwickelt und egozentrisch, auf der anderen Seite hat er alle Alkohol- und Nikotinsüchte alleine bewältigt, hilft ganz selbstlos einem Mädchen aus der Gosse, gibt unscheinbaren Frauen immer das Gefühl schön zu sein, hat einen erlesenen Geschmack und genügend Intelligenz finanziell mehr als gut dazustehen. Seine positiven Charakterzüge versteckt er fast krankhaft und hält das Bild des rauchenden und trinkenden Machos aufrecht, dass er aber eigentlich unbedingt zu verlieren wünscht - Sehr rätselhaft, wo er doch extra für ein verlässliches Image diese Ehe eingeht...
Die Nebencharaktere sind logisch wesentlich besser zu erfassen. Chaz, die für Bram durchs Feuer gehen würde und es mit seiner Hilfe geschafft hat von der Strasse zu kommen. Aaron, der persönliche Assistent von Georgie, der sich vom übergewichtigen Kopfmenschen zum attraktiven Mann mit eigener Firma mausert. Paul, die Vaterfigur, der seine Tochter über alles liebt und es nicht zeigen kann.
Die Geschichte hat keine großen Überraschungen oder Wendungen, ein netter Roman für nebenbei.
Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen - Ende gut, alles gut!
Fazit:
Wer einfach etwas abschalten möchte, eine Vorliebe für Fan-Fiction hat oder gerne Frauenromane liest, macht mit diesem Buch sicherlich keinen Fehler.

