Rezension verfasst vor 4 Jahren
(5)
Es sind die grünen Hügel des kleinen, idyllischen Städtchens Lafferton, die jene Jogger, Mountainbiker und Spaziergänger an die frische Luft ziehen um dort in den Morgenstunden ihrem Frühsport oder dem Ausführen der Hunde nachzugehen.
Alles scheint ruhig und friedvoll, bis eines Tages eine allein stehende Frau in einer Nebelwand verschwindet.
Für die junge, aufstrebende Polizistin Freya Graffham ein ominöser Fall, da die Vermisste doch bekannt für ihre Zuverlässigkeit scheint und laut Aussage ihrer Vorgesetzten nicht einfach so spurlos verschwinden würde. Was Freya bei ihren Ermittlungen jedoch stutzig macht, ist die Entdeckung teurer Manschettenknöpfe im Wandschrank der Frau, die doch zurückgezogen und einsam in einer abgeschotteten Welt lebt. Für wen war also das teure Geschenk gedacht? Von einem Mann an ihrer seite ist und war auch nichts bekannt. Hatte sie einen heimlichen Verehrer? Jemand von dem niemand weiß und den selbst die neugierigen Nachbarn niemals zu Gesicht bekamen?
Für Spürnase Graffham kristallisiert sich schnell heraus, dass es hier um eine vorsätzliche Freiheitsberaubung geht. Immerhin wurde vor nicht allzu langer Zeit ein Mountainbiker vermisst, der seinen Drahtesel ebenfalls in den Hügeln bewegt hat, bevor er spurlos verschwand.
Nach und nach häufen sich die Fälle des plötzlichen Verschwindens. Wer ist der Unbekannte und was sein Motiv? Die Spuren sind schwer zu analysieren und die Vermutungen scheinen sich zu überschlagen. Ist der Wunderheiler aus der Umgebung? Ein Fremder? Oder jemand aus den eigenen Reihen? Für Freya gibt es kaum noch ruhige Tage, an denen sie sich nicht den Kopf darüber zerbricht. Was sie jedoch nicht weiß; die Wege des wahren Mörders hat sie bereits gekreuzt...
Ein englischer Krimi, der etwas aus der Reihe tanzt. Vage Vermutungen und geschickt versteckte Hinweise allein irritieren nicht genug. Nein, immer wieder meldet sich der Mörder bei dem Leser mit Auszügen eines Tonbandes und verschleiert damit massiv seine Identität.
Viele Erzählsprünge zwischen diversen Personen runden die fast 600 Buchseiten ab.
Leider entwickelt sich das Ende mit seiner Handlung eher unkonventionell. Wirklicher Thriller-Effekt mit Gänsehaut und fieberhaftem Mitfühlen bleiben dem Leser erspart. Manche Fingerzeige zur Handlung und gezielten Irritation werden von der Autorin nicht weitergeführt und bleiben somit ungeklärt im Raum stehen.
Fazit: Zu mehr als guter Unterhaltungsliteratur reicht es bei Susann Hill in diesem Fall leider nicht.
© by Daniel Biester | Literaturreport.com
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