Leser-Rezension zu „Und ewig grüßt das Moppel-Ich” von Susanne Fröhlich
am 25.08.2010
A197 Und ewig grüßt das Moppelich von Susanne Fröhliche Kategorie: Allgemein
Im Folgebuch zu ihrem Bestseller "Moppel-Ich" schreibt Susanne Fröhlich
diesmal über die Vorteile des "korpulent" seins und wie sie sich mit ihrer Figur abgefunden hat. Frau Fröhlich möchte nie mehr hungern oder auf was verzichten müssen und beschreibt so ihren neuen Alltag ohne Diäten und Verzicht. Was ich zunächst eine sehr gute Sache finde. Allerdings kam es mir während der Lektüre oft mal so vor, als verteidige sie sich die ganze Zeit und sucht Begründungen, warum sie wieder alles zugenommen hat, was sie doch vormals für das Buch "Moppel-Ich" abgenommen hat. Das hat mich etwas genervt, denn entweder sie steht dazu und macht nicht so ein Gewese oder eben nicht.
Zuviel fand ich auch die wissenschaftlichen Beläge, die sie in jedem Kapitel bringt. Ständig zitiert sie irgendwelche Leute oder Studien und ganz besonders oft kommen Zitate aus dem Buch "Dick, doof und arm" von Friedrich Schorb vor. Aber vieles weiß man auch schon, so dass man schnell gelangweilt ist. Auch kommt es mir so vor, als zieht sie in diesem Buch auch einfach mal hemmungslos über die Dünnen her.
"Und ewig grüßt das Moppelich" ist im Gegensatz zum belletristischen "Moppelich" eher ein Sachbuch. Zuviele Fakten und zu wenig Textfluss ist gegeben.
Allerdings fand ich den Schreibstil von Frau Fröhlich wieder sehr gelungen. Sie versteht es, mit Wortspielen und bildlichen Beschreibungen umzugehen und meist die komische Seite daran hervorzuheben.Das hat mich, bei aller Langeweile die manchmal auftrat, doch schmunzeln und das Buch immer weiter lesen lassen. Auch nimmt sie sich oft selbst auf die Schippe.
Zum Schluss hin wird das Buch noch mal durch Interviews mit verschiedenen "Moppeln" aufgelockert, was mir wirklich gut gefallen hat. Dabei interviewt sie beispielsweise Rainer Calmund, den Fußballmanager, Anna Scholz, eine Designer für Plus-Size-Mode, Sabrina Fox, die selbst früher rundlich war, Lea Linster, eine angesagte Sterneköchin aus Luxemburg sowie Bettina Ziegler, die erfolgreiche Filmproduzentin. Die Interviews sind sehr gut geschrieben und wirklich aufschlussreich.
Letzten Ende würde ich wieder ein Buch von Susanne Fröhlich lesen, denn ihr Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Allerdings sollte sie nun wirklich das Thema "Moppel-Ich" endgültig zu den Akten legen, auch wenn sie sich vielleicht in zehn Jahren mal wieder dafür entscheiden sollte abzunehmen.

