Rezension verfasst vor 1 Jahr
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"Sterne, Äpfel und rundes Glas" ist die Autobiografie von Susanne Schäfer, einer jungen Frau mit spät diagnostiziertem Autismus.
Schon früh sind sich Familie, Freunde und Nachbarn einig. Mit Susanne stimmt etwas nicht. Schon als Kleinkind verhielt sie sich eigenartig. In der Schule werden die Auffälligkeiten noch deutlicher. Susanne will kaum mit anderen Kindern spielen. Am liebsten spielt Susanne mit Glasmurmeln und ist nachts draußen unterwegs, um den Nachthimmel mit einem Teleskop zu betrachten oder zu fotografieren.
Susanne selbst erzählt in diesem Buch ihre Geschichte - ein Kapitel aus der frühen Kindheit stammt von Tagebucheinträgen der Mutter.
Auch Susanne nimmt schon früh wahr, dass da etwas nicht stimmt - mit den Menschen in ihrem Umfeld, die Dinge von ihr fordern, die sie nicht versteht, die etwas zu ihr sagen, aber was ganz anderes meinen. Doch obwohl viele Leute sich über Susannes Verhalten Gedanken machen, wird Susanne nicht richtig diagnostiziert.
Während eines Auslandsaufenthalts in Norwegen nach dem Abitur liest Susanne ein Buch über Autismus - und erkennt sich selbst darin wieder.
Über den Kontakt zu dem schwedischen Arzt Christopher Gillberg erhält Susanne die Diagnose Autismus. Allmählich beginnen sie und ihre Familie all die Probleme der Vergangenheit zu begreifen und nachzuvollziehen.
Mit Hilfe von ihrer Familie, Professor Gillberg und anderen Menschen aus ihrem Umfeld gelingt Susanne die Eingliederung in die Berufswelt, und sie verfasst dieses Buch, mit ihren eigenen Wahrnehmungen ihrer selbst und ihrer Umwelt.
Beruflich habe ich mit Kindern mit Autismus zu tun und habe schon viele Bücher über Autismus gelesen. Dieses Buch, auch wenn es schon etwas älter ist, hat mich sehr interessiert, da es nicht von betroffenen Müttern oder Ärzten geschrieben ist, sondern von einem Menschen mit Autismus.
Zu Beginn ist der Sprachstil etwas ungewöhnlich, was bestimmt auch mit am Krankheitsbild liegt. Susanne wechselt in ihrem Erzählungen zwischen dem "Ich" und ihrem Namen "Susanne", wenn sie über sich schreibt.
Ich finde es erstaunlich, was Susanne alles geschafft hat, welche Hürden sie überwunden hat und wie sie immer wieder versucht, "sozial zu sein".
Auch heute noch ein interessantes, lesenswertes Buch, besonders für alle, die sich für Autismus interessieren.
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