SPOILER!!
“Fire is catching! And if we burn, you burn with us!”
Mit MOCKINGJAY habe ich eigentlich einen gelungenen finalen Band erwartet, der mit den ersten beiden mithalten kann, doch leider wurden meine Erwartungen in so vielen Punkten enttäuscht, dass ich lange über meine Punktzahlvergabe nachgedacht habe. Letztendlich habe ich mich sogar für zwei Punkt entschieden …
Die Geschichte ist meiner Meinung einfach öde. Nach zwei grandiosen Büchern, verstehe ich einfach nicht, wie man so einen langweiligen Finalband schreiben kann. SUZANNE COLLINS hat mich mit TÖDLICHE SPIELE in eine so spannende und emotionale Geschichte geführt, dass ich einfach nicht verstehe, wie man eine Geschichte so beenden kann, wo man doch so viel hätte daraus machen können. Ich finde die Grundidee sogar sehr gut! Ich glaube auch, dass es mir gefallen hätte, wenn es an der Umsetzung nicht gescheitert wäre. Mich hat die Geschichte ein wenig gelangweilt, da sich die Story sehr zieht. Es kommt keine Spannung auf und ich habe die ganze Zeit nur so schnell weitergelesen, weil ich meine Hoffnung einfach nicht aufgeben wollte und andauern dachte, dass COLLINS mich gleich mit einer Wendung umhauen wird, wie sie es schon in den ersten Büchern getan hat. Aber davon hab ich leider nichts mehr gespürt, den der Zauber war für mich irgendwann verschwunden, auch wenn ich ziemlich lange gehoffe habe und es teilweise nicht wahrhaben wollte. Irgendwann fünfzig Seiten vorm Ende, habe selbst ich die Hoffnung aufgegeben und wollte einfach wissen, wo das alles endet.
Der Charaktere haben mich auch sehr viele enttäuscht. Vor allem mit Katniss konnte ich die gesamte Zeit nicht warm werden. Den Vogel hat sie letztendlich am Ende abgeschossen, als sie für ein weiteres Hungerspiel gestimmt hat. Ich dachte ich les’ nicht richtig. Einzig allein, als sie am Ende wegen Prim’s Tod geweint und ihre Katze angeschrien hat, hatte ich Tränen in den Augen, weil die Szene mich wirklich berührt hat. Das ist die Szene, die ich die ganze Zeit im Buch erwartet habe, weil sie doch irgendwann mal ihre Gefühle zeigen musste – sie konnte doch nicht andauernd der starke Mockingjay sein. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sie so einiges kalt gelassen hat, vor allem was Finnick’s Tod angeht, bin ich sehr enttäuscht. Die Szene war meiner Meinung nach sowieso schon billig ‘abgearbeitet’, aber dann habe ich wenigstens auf eine emotionale Szene von Katniss gehofft, aber es kam einfach nichts.
Gale ist da auch so eine Sache. Ich mag ihn immer noch – selbst nach dem Ende. Deswegen kann ich SUZANNE COLLINS leider auch nicht verzeihen, wie sie es mit ihm zu Ende gebracht hat ;D Ich meine… ich hab mich echt ins Gesicht gespuckt gefühlt, als ich gelesen habe, dass sie ihn einfach ins 2. Distrikt gesteckt hat und er seine beste Freundin und eigentliche ‘Liebe’ hat in ihrem Leid alleine gelassen. Obwohl mir Katniss auf die Nerven geht, finde ich das ihr gegenüber nicht fair c; Ich verstehe, dass ihre Freundschaft einen riesigen Bruch erlitten hat, immerhin hat er diese Bombe gebaut die Prim umgebracht hat. Aber als Team Gale ist man da irgendwie enttäuscht ;D
Der einzige Charakter, den ich wirklich noch richtig mag, ist Haymitch. Haymitch ist einfach Haymitch geblieben und das hat mir die Lesestunden manchmal auch echt versüßt.
Die Liebe – fällt ja mal ganz in den Hintergrund. Okay, es ist Krieg und da fällt sowas mal weg, aber eigentlich geht es ja seit dem ersten Band um Katniss und Peeta. Ob sie sich bekommen oder ob einer jetzt sterben muss oder ob … ob… ob… Tolle Story, die einfach wage weitergeführt wird. Ich selbst bin/war ja eigentlich für Gale, aber wenn dieses ganze Katniss/Peeta-Ding vernünftig durchgeführt worden wäre, wäre ich sogar zufrieden gewesen. Doch ich habe während des Lesen ein kein einziges Mal das Gefühl gehabt, dass Katniss wirklich eine Chance hatte sich zwischen Gale und Peeta zu entscheiden. Irgendwie wurde ihr das alles ‘aufgetragen’ mit der ganzen Hungerspiel-Sache und sie waren einfach aneinandergekettet. Vor allem am Ende geht alles zu schnell. Man erfährt nicht, wie Peeta es schafft von seiner ‘Krankheit’ loszukommen und sich wieder an alles zu erinnern, trotzdem möchte er mit Katniss zusammensein und das tun sie dann auch eben mal. Völlig unverständlich.
Der Schreibstil ist ein Pluspunkt – würd ich sagen. Ich mochte ihn ja schon in den ersten beiden Büchern und er hat sich auch nicht verschlechtert oder so. Nur die Spannung kommt einfach nicht rüber, genauso wenig wie Katniss’ Gefühle. Aber er ist immer noch einzigartig und das gefällt mir.
Im Großen und Ganzen bin ich einfach nur enttäuscht, denn ich habe mir so viel versprochen. Mir kommt die Geschichte einfach nicht richtig ausgearbeitet vor…
Ich möchte dazu aber nicht mehr viel sagen, außer das ich den letzten Band gezielt weglassen werde, sollte ich die Reihe nochmals lesen wollen. Da finde ich nämlich den Cliffhänger vom zweiten Band viel besser, als das Ende, das mir geboten wurde.