Leser-Rezension zu „Die Lebküchnerin” von Sybille Schrödter

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Synapse11 Synapse11
Verfasst von Synapse11
am 12.01.2012
 

"Liebeslust und Leckereien"

Inhalt:
Nach dem Tod ihres Vaters ist die zwölfjährige Benedicta ihrer Stiefmutter nur noch ein Dorn im Auge. Unter dem Vorwand, es sei der letzte Wille des Vaters, wird sie ins Kloster abgeschoben. Benedicta spürt, dass dies nicht sein kann. Vater hätte ihr die Freiheit gelassen. Nur widerwillig fügt sie sich den Klostersitten. Während ihre Mitschwestern durch Bibelstudium und Gebet um besondere Heiligkeit wetteifern, entdeckt Benedicta ihre Vorliebe fürs Lebkuchen backen. Aber warum den faden Teig als Fastenspeise? In Abwesenheit der Priorin verwendet sie heimliche Zutaten und kreiert ein köstliches Lebkuchenrezept. Die Leckereien sind in aller Munde, bis Benedicta von der Priorin zu Fasten und Gebet verdonnert wird. Zwischendurch taucht auch noch der mit der Priorin verwandte Fechtmeister Julian im Kloster auf und Benedicta verliebt sich. Als beide beobachtet werden, wird sie beschuldigt, ihr Gelübte gebrochen zu haben und soll in ein anderes Kloster abgeschoben werden. Benedicta plant die Flucht mit ihrem Liebhaber. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Ihre Freundin Agnes hat die Flucht beobachtet und will mit. Julian wird verletzt und letztendlich vermisst. Lebt er noch? Wird er sich melden? Auch die Stiefmutter erfährt von der Flucht und das Leben der Benedicta ist nicht mehr sicher. Sie kann vorerst als “Brunhilde” in der Backstube von Agnes Verlobten aushelfen. Scheinbar sind die Lebkuchen ihre Rettung, aber die Neider schlafen nicht. Wer versucht die beiden Frauen zu töten und warum? Auf der Suche nach Julian macht Benedicta eine ungeahnte Entdeckung.

Meine Meinung:
Als Leser ahnt man förmlich, was die Küchenmädchen der Klosterküche, nach der Freude über die gelungenen Lebkuchen, erwartet. Die Vorahnung läßt die Spannung steigen.
Meist sind die Gefühle der Protagonisten so lebendig geschildert, dass sich der Leser gut in die einzelnen Charaktere hinein versetzen kann. Deutlich führt Sybille Schroedter dem Leser die Sitten und Gebräuche des Mittelalters vor Augen. Sehr spannend ist auch die Flucht aus dem Kloster geschildert. Später wird der Spannungsbogen durch die Handlung selbst, einige Cliffhanger und Agnes dunkle Vorahnungen aufrecht erhalten. Benedictas Neider werden zu Feinden und schrecken vor nichts zurück um ihr und den anderen Kameraden der Bäckerei zu schaden.
Und warum heißen Lebkuchen eigentlich Lebkuchen? Nach dem Lesen ist der Leser diesbezüglich schlauer. Wie die Benedicten Lebkuchen zu den heutigen Elisen Lebkuchen wurden, soll in einem späteren Band verraten werden.

Meine Lieblingstextstelle:
“Deine Augen sind gierig wie die unserer Schweine, wenn wir ihnen Futter geben.” (S.71)

Fazit:
Die Geschichte der Nürnberger Lebkuchen wird dem Leser durch eine historisch sehr anspruchsvolle Weise nahe gebracht. Spannend, und von amüsant bis grausig gut ausgeschmückt. Ich habe das Buch in der Nachweihnachtszeit gelesen und nebenbei die restlichen Nürnberger Lebkuchen verspeist. - Ein doppelter Genuss! (Im Buch erfährt man auch, warum eine Oblate darunter ist und was damals Benedicta als Oblate diente.)

 

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Die Lebküchnerin Die Lebküchnerin
Sybille Schrödter

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Die Lebküchnerin
von Sybille Schrödter

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