Leser-Rezension zu „World's End” von T. C. Boyle
am 11.08.2009
Ein fantastisches Buch. Zunächst, durch wenige Worte, die unscheinbar auf einer der ersten Seiten stehen, wird meine Sicht auf das gesamte Werk von T.C.Boyle verändert: "Zum Andenken an meinen eigenen verschwundenen Vater". Da erscheint auf einmal auch der "Samurai von Savannah" in einem neuen Licht....In World's End werden drei Jahrhunderte umspannt, in ständigen Hin- und Herblenden. Geschichtliche Bedingtheiten, persönliche Eigenheiten, Familienschicksale, Einzelschicksale....nichts wird erklärt, aber vieles wird klar. Ok, manchmal (eher selten) finde ich die ausufernde Fantasie des Autors schon etwas übertrieben, aber das Werk ist in sich stimmig und vermittelt in seinen besten Momenten erstaunlich gelassen Einsichten in Zusammenhänge, die doch die systemische Familientherapie erst viel später erforschte und darlegte.

