Ich muss zugeben, dass ich mal geschaut habe, wie andere Leser dieses Buch insgesamt so fanden und habe gemerkt, dass dieses sehr oft und viel mit den anderen Büchern von Tana French „Totengleich“ und „Grabesgrün“ verglichen wurden.
Ich bin ganz froh, dass ich diesen Vergleich nicht machen kann und diesem Buch somit sehr neutral gegenüber stehe. ;)
Als ich das erste Mal den Klappentext gelesen habe, wollte ich das Buch schon unbedingt lesen. Es klingt toll und spannend, doch leider hat mich Schisser immer wieder dieses Unterwort „Kriminalroman“ abgehalten es zu lesen.
Doch als ich es dann endlich zu Hause hatte, wollte ich nicht mehr länger warten und habe mit dem Lesen begonnen und war wirklich sehr überrascht, wie gut mir der Stil und auch die Geschichte gefällt!
Tana French hat mich von der ersten Seite mit ihrem Stil sofort von sich überzeugt, dass ich wusste, dass ich nach „Sterbenskalt“ unbedingt noch die anderen Bücher von ihr lesen muss. Der Schreibstil hat mich sofort in den Bann des Buches gezogen und mich nicht mehr losgelassen.
Als Frank Mackey von seiner Schwester Jackie angerufen wird, dass er nach 20 Jahren so schnell wie möglich wieder nach Hause kommen soll, da etwas schreckliches passiert ist, war mir relativ schnell klar, dass ich diese Familie gern haben werde. Die Art und Weise wie die Familie von Frank Mackey und die ganze Situation beschrieben wurde, hat mir sehr, sehr gefallen. Ich war sofort im Geschehen drin und konnte war von dem Buch wirklich gefesselt. Ich konnte mich in die meisten Familienmitglieder gut hineinversetzen, auch wenn ausschließlich aus der Perspektive von Frank die Geschichte erzählt wurde. Einige Mitglieder blieben für mich blaß und geheimnisvoll, was aber für die ganze Situation mit dem Fund der Leiche von der Franks Jugendliebe Rosie in seiner Heimat sehr gut war, da so die Spannung hochgehalten werden konnte.
Doch trotzdem ich von dem Stil und der Familie hin und weg bin, so muss ich gestehen, dass ich es sehr, sehr schade finde, dass der Titel „Sterbenskalt“ viel, viel mehr verspricht als es wirklich ist. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass ich mich in einem typischen ZDF-Krimi befinde. Es wird eine sehr gefühlvolle Familiengeschichte erzählt, in der der Mord an einem Mädchen vor 20 Jahren eher eine Nebenrolle spielt.
Man merkt sehr stark, dass das komplette Buch von der Vergangenheit, von Schmerz und Trauer geprägt ist. Es ist sehr spannend, wie die einzelnen Familienmitglieder versuchen über ihren Schatten zu springen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch so einfach ist es nicht dieses erlebte zu verarbeiten und das sieht man auch beim Verhalten. Ich fand es teilweise wirklich sehr rührend, wie sich z.B. Franks Mutter zwischen Liebe und Hass nicht entscheiden konnte.
Das Cover des Buches passt wirklich super zum Titel, aber leider nicht all zu gut zum Inhalt des Buches. Ich hätte mir da eher etwas anderes gewünscht, daher zu einem Familiendrama gepasst hätte. ;)
Fazit:
Tana French ist ein wirklich guter Roman gelungen, den ich eher als ein Familiendrama als einen Kriminalroman bezeichnen würde. Der Titel „Sterbenskalt“ führt den Leser eher in die Irre und lässt auf ein viel, viel spannendes Buch hoffen. Nichtsdestotrotz hat Tana French einen wirklich sehr lebendigen und tollen Schreibstil, sodass ich auf jeden Fall noch weitere Bücher von ihr lesen werde!