Die Biologin Ella zog in die Schorfheide (in der nähe von Berlin) um dort auf die Rückkehr der Wölfe zu warten. Nicht jeder ist ihr in dieser Gegend wohlgesonnen, so manchem Schäfer plagt noch immer die Angst, dass Wölfe ihren Untergang besiegeln werden. Auch bei Sander Engelbrecht trifft Ella auf Abwehr. Er hasst Wölfe und kann Ellas Liebe einfach nicht verstehen. Dennoch fühlen sich auch beide zu einander hingezogen und in der wunderschönen Schneelandschaft lernen sich beide besser kennen, fast schon lieben. Fehlt nur noch ein Heulen in der Ferne? Mitnichten - auf Sander und Ella wartet noch so manche Hürde, einschließlich die, die sich tief in Sanders Herz versteckt hält...
Vor einigen Monaten landete ich über Facebook einmal auf einer Autoren - Homepage. Es wurde ein Buch vorgestellt, in dem es um eine junge Frau gehen sollte, die Wölfe liebt. Also fiel bei mir der Entschluss, dieses Buch musst du lesen. Leider hatte ich dann den Titel des Buches und auf die Autorin irgendwie wieder vergessen. Ein weiterer Zufall brachte dann aber genau dieses Buch zu mir nach Hause - ein Glück!
Der Schreibstil des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Es wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, wobei der Wechsel fließend ist. Anders als in anderen Romanen, wo Absätze für einen Wechsel sorgen, geschieht das hier im Text viel weicher. Auch die Wortwahl ist weich, nirgends herb oder brutal gewählt. Die Geschichte plätschert an einem vorüber, das Kapitel endet genau dann immer, wenn man aufhören muss, irgendwie habe ich nie die Lektüre während eines laufenden Kapitels unterbrochen.
Sowohl die Charaktere als auch die Schauplätze hatte ich bildlich vor mir. Der rote Turm, in dem sich Sander wie eine Prinzessin versteckt hält, die einsame Hütte, in der Ella ihr zu Hause gefunden hat und auch das Elternhaus, auf dem ein schwerer Fluch zu liegen scheint. Alles war in meiner Fantasie vorhanden und auch die richtige Stimmung war auf allen Bildern leicht zu finden.
Sander und Ella machen es sich beide nicht unbedingt leicht, Meist liest man einen Roman und beide finden schnell zusammen bis die Katastrophe kam. Hier war die Katastrophe eigentlich schon immer da und das, was zwischen Ella und Sander wächst, wuchs ganz natürlich, nicht unbedingt schnell gewollt. Auch die Geschichte die durch Sanders Erinnerung erzählt wird, ist sehr feinfühlig geschrieben, erscheint immer an den richten Stellen und hilft einem wirklich Sander zu verstehen.
Klar, hat man schon einige Frauenromane gelesen, dann kämpft man irgendwann mit dem Klischee, lässt sich nur noch ungerne mitreißen und denkt nur all zu oft, "kennst du schon". Besonders im September diesen Jahres hatten wir hier ja so einen Fall. Bei Tania Krätschmar war natürlich auch manches ein wenig vorhersehbar, bestimmt - aber es ist mir nicht so aufgefallen oder ich habe es nur wieder vergessen. Das finde ich klasse. So sind gute Romane. Ein Rezept für ein bestimmtes Gericht wird immer die gleichen Grundzutaten benötigen, aber manchmal ist es die richtige Menge, sind es extra Zutaten oder ein ganz bestimmtes Gewürz, dass einen Koch das Gericht besser gelingt als anderen. Das war hier der Fall.