Titel: Schattenschwingen
Originaltitel: Schattenschwingen
Autor: Tanja Heitmann
Seitenzahl: 448
Verlag: cbt
Erschienen: 22. Februar 2010
ISBN-13: 978-3570160671
Preis
Gebunden: 16,95€
Taschenbuch: 12,99€
Klappentext:
Himmlische Liebe, irdisches Verlangen
Seit langem ist Mila von Samuel, dem besten Freund ihres älteren Bruders Rufus, fasziniert. Bannte sie zuerst nur seine ungewöhnliche Ausstrahlung, so kommt kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag eine ganz andere Art der Verzauberung hinzu: Mila verliebt sich in Sam. Und er scheint ihre Gefühle zu erwidern. Doch gerade als sich die beiden näherkommen, passiert etwas Schreckliches. Sam verschwindet und Rufus, der in jener Nacht mit seinem Freund zusammengewesen war, kann sich nur schemenhaft erinnern. Ist Sam von der Klippe gestürzt?
Während alle anderen vom Tod des Jungen überzeugt sind, glaubt Mila, dass Sam noch lebt. Und tatsächlich: An ihrem Geburtstag steht er wieder vor ihr doch er ist nicht mehr der, der er einmal war. Sam ist eine Schattenschwinge geworden, ein engelsgleiches Wesen und nur aus Liebe zu Mila ist er in die Welt der Menschen zurückgekehrt ...
Rezension:
Das Buch hat nicht nur 448 Seiten, sondern ist für ein Jugendbuch auch relativ klein gedruckt, was es zu einem ziemlichen Schmöker macht.
Der Einstieg in die Geschichte war etwas holprig. Das lag daran, dass Mila, als sie Sam für den Leser vorstellt, ihn so sehr anhimmelt, dass es nicht mehr ganz normal ist. Ich kann über sowas eigentlich meist hinwegsehen, aber hier war das nicht mehr wirklich möglich. Die Übernatürlichkeit von Sam wird schon auf den ersten Seiten extrem hervorgehoben. Beides hätte gar nicht so sehr gestört, wenn das Buch nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wäre, oder zumindest die Einleitung nicht, denn es war schon irgendwie nötig den Anfang so zu schreiben wie er ist um eine Ausgangsposition zu schaffen. Danach wurde das Buch aber immer besser.
Das Buch ist abwechselnd aus Milas und Sams Sicht geschrieben, wobei Milas Sicht überwiegt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in die beiden und kann eigentlich gar nicht anders als sie zu mögen. Deswegen ist Sam auch nicht der typische mysteriöse Typ, da er zwar an sich mysteriös ist, aber, wie man aus seiner Perspektive erfährt, selbst nichts davon weiß und man außerdem etwas über sein Leben und seine Einstellung etc. mitbekommt. Mila findet zwar diese "Licht" um Sam herum mysteriös, es ist aber nicht so, dass sie nichts von Sam weiß, da er der beste Kumpel ihres Bruders Rufus (was für ein Name xD) ist. Obwohl Mila am Anfang schon fast wie besessen von Sam rüberkommt, ist die Liebesgeschichte, wenn auch an manchen Stellen etwas unrealistisch, süß geschrieben. Mila kann sich auch zusammenreißen und ihr passieren nicht dauernd peinliche Ausrutscher. Für manche wird es sicher zu schnulzig sein.
Milas Beziehung zu ihrem Bruder Rufus fand ich richtig schön ausgearbeitet. Zwischen den beiden herrscht ein herzerwärmende Bruder-Schwester-Liebe.
Außerdem kann man dem Buch zugutehalten, dass alle Charaktere anders sind und ihre eigene Vergangenheit haben. Leider herrscht aber auch eine gewisse Schwarz-weiß-Malerei.
Ich finde, dass man richtig merkt, dass das Buch von einer deutschen Autorin stammt, auch wenn ich nicht genau weiß warum. Vielleicht liegt es an der Art des Humors?
Die Grundidee des Buches war gut. Tanja Heitmann hat eine ausgefeilte Welt geschaffen und man hat das Gefühl, dass alles gut durchdacht ist und sie weiß, wohin die Geschichte geht.
Bis ein wenig weiter als zur Hälfte des Buches hatte ich noch das Gefühl, dass es richtig gut werden könnte, aber leider konnte es mich nicht wirklich begeistern. Keine Frage das Buch war gut, vielleicht habe ich es auch einfach zum falschen Zeitpunkt gelesen. Ich fand es einfach nur deprimierend, dass Sam und Mila wegen eines Schicksalsschlags auseinandergebracht werden sollten und zwischenzeitlich fand meiner Meinung nach eine gewisse Entfremdung statt, weswegen ich Sams Einstellung stellenweise nicht ganz nachvollziehen konnte. Deswegen hielt sich meine Spannung auch in Grenzen, was nicht heißen soll, dass sie gänzlich fehlte, aber mitgerissen wurde ich eben auch nicht. Wahrscheinlich sollte ich einfach mal einen nich Fantasy-Liebes-Roman zwischenschieben, oder einfach eine Geschichte die anders ist, wo die beiden nicht wegen irgendetwas auseinandergebracht werden sollen.
Fazit:
Ein gutes Jugendbuch, dem eine schöne Idee zugrunde liegt und das hauptsächlich von seiner Liebesgeschichte getragen wird. Wer also nicht so gern einzig und allein von der Liebe zwischen zwei Menschen lesen, sondern auch von etwas anderem lesen will, für den ist die Geschichte eher nichts, alle anderen dürfen aber durchaus zugreifen.
(7/10)