Leser-Rezensionen zu „Im Schatten der Königin” von Tanja Kinkel
Rezension verfasst vor 4 Monaten (6)
"Ja, eine Frau, die ihrem Herzen folgte – und die Macht hatte, zu töten, was ihr dabei in den Weg kam -, die war das Gefährlichste, was man sich vorstellen konnte."
Inhalt
England 1560. Thomas Blount. Staatsmann, Ehemann und Vater. Seit seiner Kindheit ist er eng verbunden mit der Familie Dudley. Zusammen mit den Söhnen seiner Base Jane zog er in den Krieg gegen Frankreich und überlebte diesen, genauso wie den tiefen Sturz der Familie Dudley. Statt sich nach dem Tod Königin Marys aber zurückzuziehen und bei seiner Frau und den beiden Kindern zu bleiben, bleibt er an der Seite seines Vetters Robert, der hoch im Ansehen der neuen Königin Elizabeth steht. So hoch, dass man ihm eine Affäre mit der „Ketzerkönigin“ nachsagt. Angeblich sollen beide heiraten wollen, doch da gibt es ein Problem. Robert ist bereits verheiratet und plötzlich ist Amy Dudley tot. Thomas muss sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben, um den erneuten Sturz der Familie Dudley zu verhindern und dabei tief in den Abgrund seiner eigenen Seele blicken. Das alles muss er tun, ehe die Untersuchungskommission ihr Urteil über Robert fällt. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Feinde der Dudleys beginnt.
Zum Buch
Wie so oft war es auch bei diesem Roman mal wieder die Frage zwischen Top oder Flop. So oft steht in den Regalen mit historischen Büchern das eine genau neben dem anderen.
Die Zeit der Tudors ist meine absolute Lieblingszeit in der Geschichte und ich verschlinge sozusagen alles was sich dazu bietet. Doch deshalb sind die Bücher längst nicht alle gut.
Tanja Kinkel war mir bisher nur aus den Erzählungen einer Freundin ein Begriff, die „Das Spiel der Nachtigal“ gelesen hat. Ihr persönlich gingen dort die Charaktere auf die Nerven, entsprechend glaubte ich mich auf der sicheren Seite.
Die Charaktere sind von Kinkel weitgehend gut getroffen und lebendig beschrieben. Sie besitzen ein eigenes Leben und eigene Geschichten, die sich zu einem engen Geflecht in die Gesamthandlung einbinden. Auch ihr Schreibstil an sich ist durchaus gut. Was mich störte, war vor allem die Tatsache, dass die knapp über 400 Seiten nur die Handlung von 5 Tagen beschreiben. Entsprechend ziehen sich einige Bereiche wirklich in die Länge. Die Gedanken der Charaktere können so zwar ausführlich dargelegt werden, es erscheint an mancher Stelle allerdings etwas langatmig.
Auch die Kapitel sind ziemlich lang und es ist schwer mal eben noch ein Kapitel weiter zu lesen, da dann gut 30 Seiten auf einen warten, die in der Taschenbuchausgabe klein und voll beschrieben sind. Die Handlung wirkt durch die ständigen Gedanken immer wieder unterbrochen.
Außerdem fehlt es dem Buch an Romantik, die in den meisten historischen Romanen doch eingebaut wird. Der Hauptcharakter verliert sich in seinen endlosen Schleifen von Gedanken um immer die Selben Erinnerungen. Die Handlung ist des Weiteren weitgehend vorhersehbar. Nicht nur die historischen Tatsachen, die sich natürlich schlecht anders darstellen lassen, auch der Freiraum bleibt recht offen und schnell aufdeckbar. Spätestens auf der Hälfte weiß man wie die junge Amy zu Tode kam und aus welchem Grund es ebenso kommen musste. Auch das Ende des Buches ist leicht vorherzusehen.
Fazit
Alles in Allem ein netter historischer Roman im elisabethanischen Zeitalter, der mit Kriminalarbeit im Mittelalter aufwarten kann und einigen nett ausgestalteten Charakteren. Es handelt sich allerdings nicht für leichte Lektüre für zwischendurch und auch Fans von Elizabeth I. werden zu kurz kommen. Sie taucht nur am Rande auf und das auch nur in den Kapiteln aus Sicht ihrer Gouvernante Kate Ashley.
Ausgabe: ♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥
Spannung: ♥♥
Humor: /
Schlüssigkeit: ♥♥♥
Gesamt: ♥♥♥
Rezension verfasst vor 4 Monaten (4)
England, 1560. Elizabeth I sitzt seit Kurzem auf dem Thron. Robert Dudley ist der Jugendfreund und Vertraute von Elizabeth, oder ist da mehr? Dann stirbt dessen Frau Amy plötzlich – und ganz England munkelt, dass Dudley seine Frau loswerden wollte, um die Königin heiraten zu können. Dudley schickt seinen Verwandten Thomas Blount an den Ort des Geschehens, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist.
Wieder einmal überzeugt Tanja Kinkel mit einem historischen Roman, der nicht nach dem üblichen Strickmuster abläuft und sich damit deutlich von der Masse abhebt. Hauptperson ist keine der üblichen Frauenfiguren, die sich ja zurzeit in inflationärer Form in Historienschmökern tummeln, sondern eine Person, die wirklich gelebt hat. Tanja Kinkel hat, wie man es von ihr gewohnt ist, hervorragend recherchiert und liefert in diesem Roman ihre eigene Interpretation der Ereignisse in unterhaltsamer Form, ohne irgendwelche Fakten zu verdrehen. Die Geschichte erstreckt sich nur über ein paar Tage und wird von Thomas Blount als Ich-Erzähler wiedergegeben. Dazwischen gibt es sogenannte „Zwischenspiele“, in denen Elizabeths Hofdame und frühere Gouvernante Kat Ashford zu Wort kommt, denn auch sie möchte herausfinden, was der Favorit ihres Schützlings mit dem Tod seiner Frau zu tun hatte.
Aufgrund des Romanthemas hat dieser historische Roman natürlich einen gewissen Krimicharakter, und generell bin ich ja nicht so ein Krimifan. Aber das Geschehen wird von Tanja Kinkel so geschickt in Szene gesetzt, dass mir das Buch doch sehr gefallen hat. Der Glaubenskonflikt spielt natürlich eine wichtige Rolle und wird schön dargestellt. Auch die Charaktere sind eine Stärke von Tanja Kinkel, meine Favoritin in diesem Buch ist Edith Odingsell, die für die nötige Portion Humor sorgt.
Ich gebe diesem Buch 4 von 5 möglichen Sternen, es hat mich nicht so mitgerissen wie „Die Puppenspieler“, aber ansonsten rundum überzeugt.
Rezension verfasst vor 4 Monaten (5)
„Die Menschen glauben immer nur das, was sie wollen, unabhängig davon, wie die Wahrheit ist, my lord.“
Im September 1560 wird die junge Amy Robsart tot am Fuß einer Treppe aufgefunden. Das ganze Königreich ist sich sicher, dass sie von ihrem Ehemann Robert Dudley ermordert wurde. Schon lange ging das Gerücht um, dass er und Königin Elizabeth ein Verhältnis haben und Amy im weg steht. Robert Dudley schickt seinen langjährigen Vertrauten Thomas Blount zu dem Anwesen, auf dem seine Frau verunglückte. Thomas soll für ihn die Wahrheit herausfinden. War es vielleicht nur ein Unfall? Oder doch Mord?
Auf spannende Weise gelingt es Tanja Kinkel mit diesem Roman den mysteriösen Tod der Amy Robsart in unser Gedächtnis zurückzurufen. Dabei begleiten wir den durchaus sympathischen Thomas Blount bei seinen Ermittlungen. Parallel dazu bekommen wir Einblicke in das Leben von Königin Elizabeth, erzählt durch ihre Hofdame. In diesem ständigen Wechsel nähert sich der Leser langsam der Auflösung an. Eine Auflösung die Überraschen mag und doch logisch erscheint. Wie Amy wirklich ums Leben kam ist bis heute übrigens ungeklärt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum dieser Fall immer wieder in der Literatur auftaucht. Schon Walter Scott verfasste 1821 mit Kenilworth einen Roman über das traurige Schicksal der jungen Lady Robsart.
Was mir an diesem historischen Roman gefallen hat, sind die vielen gut recherchierten Details. Es gelingt Tanja Kinkel besonders gut den religiösen Konflikt herauszuarbeiten, mit dem sich die Bevölkerung unter der Herrschaft der Tudors auseinandersetzen musste. Je nachdem wer an der Macht war, wurde der Katholizismus oder Protestantismus bevorzugt. Danach musste sich auch die Bevölkerung richten. Aus Katholiken wurden plötzlich Protestanten und umgedreht – wie Fähnchen im Wind. Aber wer sich zu dem einen oder anderen Glauben bekannte, lebte gefährlich.
Sehr illustrativ für das damalige Frauenbild fand ich übrigens folgendes Zitat:
„Das ist lächerlich [...] Jede Frau will heiraten. Das ist ihre natürliche Bestimmung, zu heiraten und Kinder zu gebären. Eine gekrönte Frau muss erst recht heiraten, denn jedes Königreich brauch einen Erben und einen Mann, der es regiert.“
Fazit:
Im Schatten der Königin von Tanja Kinkel ist ein unheimlich spannendes Buch – eine tolle Mischung aus gut recherchierten Historischen Roman und Krimi. Wer also Lust auf viel historisches Wissen hat und dabei gut unterhalten werden möchte, der sollte sich diesen Roman auf keinen Fall entgehen lassen.
Rezension verfasst vor 9 Monaten (7)
Über Elizabeth I. hat man gelesen und wunderbare Verfilmungen mit Cate Blanchet sehen dürfen. Es gab einen Mann, einen guten Freund und zwar Robert Dudley? Er durfte sich Hoffnungen auf ihre Hand machen, doch es gab ein Problem. Robert Dudley war verheiratet mit Amy Robsart.
Am 08. September 1560 wird seine Frau am Fuße einer Treppe tot aufgefunden. Niemand kann erklären wie sich der Treppensturz ereignet hat. Das reizt zu Spekulationen und Robert Dudley gerät unter Mordverdacht. Wollte er seine Frau loswerden, um für Elizabeth I. frei zu sein? Ist er so weit gegangen? Wer hat Schuld auf sich geladen oder war es vielleicht nur ein Unglücksfall?
Es drängt sich die Frage auf, wie Elizabeth I. mit dieser Situation umgehen wird. Sie muss an den Thron denken, doch kann sie Robert Dudley vergessen?
Tom Blount, Robert Dudleys bester Freund, muss sich ebenso der Mordfrage stellen. Er nimmt die Bürde auf sich und geht nach Oxfordshire, um die Wahrheit über den Tod Amy Robsarts heraus zu finden. Dabei bewegt er sich auf dünnem Eis, weiß er nur zu gut, welch heikle Folgen das Ergebnis seiner Untersuchungen für Robert, aber auch für ihn selbst haben könnte.
Elizabeths I. treu ergebene Gouvernante, Kat Ashley ist ebenso interessiert daran die Wahrheit heraus zu finden. Dafür ist sie bereit jeden Preis zu zahlen. Es zählt nur ein Mensch bei der ganzen Angelegenheit, Elizabeth I..
Das Elisabethanische Zeitalter fasziniert die Menschen bis heute. Elisabeth I. ist eine schillernde Figur ihrer Zeit. Die Menschen in ihrer Nähe waren nicht weniger interessant. Unweigerlich stößt man auf Robert Dudley, der näher an einer Ehe mit Elizabeth I. war, als irgendein anderer Mensch. Doch er war verheiratet mit Amy Robsart. Eine junge Frau die, unter bis heute ungeklärten Umstanden, ums Leben kam und gerade deshalb zu vielen Spekulationen Anlass gab. In „Im Schatten der Königin“ stellt Tanja Kinkel ihre Version der Geschichte vor. Ein historisches Ereignis, ein Kriminalfall aus vergangenen Zeiten, der nie aufgeklärt wurde.
Hier bietet sich ein Roman an, der die Fans der historischen Romane ebenso begeistert, wie auch Krimifans und all jene, die an der Wahrheit interessiert sind. Zu empfehlen ist dieses Buch auch den Anhängern Elizabeth I., da der Mordfall untrennbar mit Elizabeths I. Leben verbunden ist. Was ist faszinierender, als eine wahre Begebenheit, die über Jahrhunderte hinweg Anlass zu wilden Spekulationen bietet. Hier darf der Leser sich seine Meinung zu den Ereignissen bilden und bekommt eine mögliche Version in bester Romanform geboten. Tanja Kinkel beleuchtet eine Szene der Geschichte, die bis heute im Dunkeln liegt und legt einen Fokus auf Amy Robsart. Dadurch gibt sie dieser Frau ein wenig mehr Raum in der Geschichte und lässt sie nicht in Vergessenheit geraten. Tanja Kinkel hat Thomas Blount eine wunderbare Erzählstimme gegeben, der man interessiert folgt und auch Kat Ashley trägt ihren Teil dazu bei.
Das Buchcover ist erwähnenswert und fängt den Grund der Erzählung ein. Es zeigt Amy Robsart, wie sie am Fuße der Treppe liegt, mit einer Haube auf dem Kopf, die im Originalbild von William Frederick Yeames fehlt. Das mag Hinweis genug sein, aber lesen Sie doch selbst.
Rezension verfasst vor 9 Monaten (5)
Amy hat leider eine mächtige Konkuremtin: Ihr Ehemann ist der Favorit der gerade auf den Throm gekommenen Königung Elisabeth. Als die junge Frau tot am Fuße einer Treppe aufgefunden wird, spekulieren Freunde und Feinde, dass ihr Ehemann sie habe ermorden lassen.
Alle Parteien auftragen offiziell und inoffiziell Mensche aus den verschiedensten Bereichen, den Tod aufzuklären.
Ein interessanter Roman aus der Zeit Elisabeths, in der die Königin nur eine Nebenrolle spielt mit einer überraschenden Todesursache.
Mittendrin hatte das Buch leider ein paar Längen, am Ende wurde es sehr spannend, daher nur 4 Sterne
Rezension verfasst vor 1 Jahr (7)
8. September 1560: Die junge Amy Robsart wird tot am Ende einer Treppe aufgefunden, und ganz Europa spekuliert, ob es ein Unfall war, eventuell Selbstmord, oder ob gar ihr Ehemann Robert Dudley dahinter steckt. Dudley ist allgemein als Günstling der Königin bekannt, und die Gerüchteküche brodelt. Hat er vielleicht veranlasst, seine Ehefrau zu ermorden, um Elizabeth I. heiraten zu können?
Thomas Blount, ein enger Vertrauter Dudleys, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und reist zum Unfallort nach Oxfordshire, wo Amy zuletzt gelebt hat. Der Ich-Erzähler Blount handelt nicht ganz uneigennützig, denn auch seine Existenz steht auf dem Spiel und nicht nur das. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass er sich am Schicksal der jungen Verstorbenen nicht ganz unschuldig fühlt, denn er hat ein sehr persönliches Geheimnis. Nach seiner Ankunft im Landhaus Cumnor Place ereignen sich zudem mehrere merkwürdige Zwischenfälle, denen er zusätzlich auf den Grund gehen muss.
Die Gouvernante und enge Vertraute der Königin, Kat Ashley, tritt als zweite Ich-Erzählerin auf und ist ebenfalls bestrebt, so schnell wie möglich Gewissheit über den wahren Sachverhalt zu bekommen.
Man merkt beim Lesen deutlich, dass sich die Autorin sehr ausführlich mit Elizabeth I. und ihrer Zeit beschäftigt hat. Ihr Roman hat Substanz und einen sehr hohen Informationswert. Auch über das alltägliche Leben damals am Königshof lässt Frau Kinkel häufig interessante Bemerkungen einfließen. Daneben erfährt der Leser nicht nur viel über historische Details, sondern bekommt den Fall der Amy Robsart aus zwei ganz unterschiedlichen Sichtweisen Perspektiven präsentiert.
Der eigentliche Handlungszeitraum beschränkt sich nur auf die sieben Tage zwischen dem Tod der jungen Frau und ihrer Bestattung. Beide Erzähler schildern jedoch häufig Ereignisse aus der Vergangenheit, die das Gesamtbild abrunden und zurechtrücken.
Während Kat Ashley nicht ganz so oft und ausführlich zu Wort kommt (ihr sind lediglich diverse Zwischenspiele vorbehalten), machen die Kapitel um Tom Blount den größeren Teil des Romans aus. Blount ist nicht so ganz glücklich mit seiner Aufgabe, Licht in den Fall zu bringen. Er wird von Selbstzweifel gequält. Dies und die Erwähnung seiner kleinen Schwächen und Eitelkeiten lassen ihn sehr menschlich, ja manchmal fast rührend erscheinen. Trotz einiger Hindernisse und seiner Bedenken bleibt er hartnäckig in seinem Tun und lässt sich nicht beirren. Unerwartete Unterstützung findet er dabei in dem Schauspieler Frobisher, dem es mit der Zeit gelingt, Thomas’ Vertrauen zu erringen und wertvolle Beiträge zum Fall zu leisten.
Besonders genossen habe ich die intelligenten und gleichzeitig amüsanten Dialoge zwischen Thomas Blount und Lady Edith Odingsells. Das Geplänkel der beiden, die sich schon von Jugend an kennen, ist stellenweise köstlich zu verfolgen.
Tanja Kinkels Lösung für den Fall ist faszinierend und macht Sinn, auch wenn der wahre Sachverhalt auf ewig ein Geheimnis bleiben wird.
Für Liebhaber gut recherchierter historischer Romane ist „Im Schatten der Königin“ eine absolute Leseempfehlung. Die äußere Aufmachung ist sehr edel und hochwertig gestaltet, und der Inhalt wird durch ein informatives Nachwort sowie die Stammbäume der betroffenen Familien sehr schön ergänzt. Leider haben sich ein paar gravierende Druckfehler eingeschlichen, welche den Sinn und Ablauf der Geschichte verfälschen. Im Forum auf der Homepage der Autorin werden diese richtiggestellt, und ich hoffe, dass die folgenden Auflagen des Romans diesbezüglich korrigiert erscheinen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (16)
Robert Dudley, eng verbunden mit der Königin Elisabeth, ist verheiratet mit Amy. Er ist in der Ehe nicht mehr glücklich und macht sich Hoffnung auf eine Heirat mit der Königin. England munkelt, dass Amy wohl ermordet werden soll, damit der Weg für Robert und die Königin frei ist. Und dann geschieht das Unglaubliche: Amy wird am Fuße der Treppe ihres Wohnortes tot aufgefunden. War es Mord? Und wer war der Mörder? Tom Blount, ein enger Vertrauter von Robert, soll klären, was mit Amy passiert ist. Und gerät selber unter Verdacht.
Tanja Kinkel schreibt in ihrem Nachwort, dass sie schon lange fasziniert ist von Elisabeth I. Eigentlich wollte sie nie über diese Königin schreiben. In diesem Roman erhält Elisabeth eine Nebenrolle. Die wichtigste Figur in dieser Geschichte ist Thomas Blount. Er steht Robert sehr nahe und ist sehr hin und her gerissen in den Geschehnissen nach dem Tod von Roberts Frau.
Der Einstieg in den Roman war für mich manchmal etwas schwierig, da Tanja Kinkel die Personen in den verwandtschaftlichen Verhältnissen zueinander darstellt. Ich musste sehr aufpassen, dass ich zu Beginn nichts durcheinander bringe. Es hat gut funktioniert, denn ich habe mir Zeit für das Buch genommen. Das war sehr wichtig. Ich habe das Gefühl, dass Tanja Kinkel sich sehr intensiv mit dem Thema Elisabeth beschäftigt hat. Und sie konnte ihre Begeisterung für diese Königin und auch für die Zeit sehr gut vermitteln. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Ich freue mich auf weitere Bücher von Tanja Kinkel.
Fazit: Dies ist kein Buch für zwischendurch. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu lesen. Tanja Kinkel hat ein Buch für gute Unterhaltung geschaffen. Dafür vergebe ich fünf von fünf Sternen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (25)
Im Jahr 1560 wird die Frau von Robert Dudley am Fuß der Treppe des Landhauses Cumnor Place nahe Abingdon tot aufgefunden. Morgens noch hatte Amy Dudley alle Dienstboten auf den nahegelegenen Jahrmarkt geschickt und war somit fast alleine im Haus. Das Pikante an der Sache: Ihr Ehemann Robert Dudley ist der Jugendfreund und Günstling der Königin und verbringt somit seine Zeit mehr am Hofe als bei seiner Frau. Sofort wird hierdurch nicht nur am königlichen Hof die Frage aufgeworfen, ob Robert Dudley seine Frau hat ermorden lassen, um so um die Hand von Königin Elisabeth I. anhalten zu können. Um die Umstände ihres Todes aufzuklären, beauftragt Robert seinen Vetter und Vertrauten Tom Blount, der sofort nach Abingdon aufbricht, begleitet von dem Gaukler Forbisher.
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Neben dem eigentlichem Ereignis, welches nur wenige Tage im September 1560 umspannt, erzählt Tanja Kinkel gleichzeitig in Form von Erinnerungen des Tom Blount die Vorgeschichte zum aktuellen Geschehen. Und um einen näheren Bezug zu Elisabeth I. herzustellen, wurde zusätzlich der Erzählstrang von Kat Ashley, ihrer Gouvernante, mit eingebaut, die so bei einigen Zwischenspielen ebenfalls zu Wort kommt. Hierdurch erhält man nach und nach ein gutes Stimmungsbild über die damaligen politischen Zusammenhänge wie auch über das Leben von Robert Dudley und seiner Beziehung zur Königin wie auch zu seiner verstorbenen Frau.
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Überwiegend lässt die Autorin Tom Blount die Geschichte erzählen und hier liegt meines Erachtens auch die Schwachstelle des Buches. Da es sich hierbei um einen sehr nüchternen, politisch denkenden Mann mittleren Alters handelt, ist seine Ermittlungsarbeit recht sachlich und trocken angelegt. Auch wenn die Autorin ihre Leser oft in die Gedankenwelt ihres Protagonisten eintauchen lässt, bleibt die Person Tom Blount bis zum Schluss blass und schwer greifbar für den Leser. Nur wenige Szenen mit dem Gaukler Forbisher und mit einer Bekannten aus Kindertagen lockern diesen Erzählstrang auf und sind wirklich durchweg unterhaltsam.
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Bei den gelegentlichen Zwischenspielen, die von Kat Ashley erzählt werden, sieht es wieder ganz anders aus. Hier zeigt sich sofort der sonst so gewohnte lebendige, bildhafte Schreibstil von Tanja Kinkel. Dieser Erzählstrang ist prall und atmosphärisch dicht umgesetzt und fesselt einen durchgehend.
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Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass einem die Auflösung der Geschichte ja bereits bekannt ist, was nicht unbedingt spannungsfördernd ist. Allerdings hätte dies trotzdem durchaus mehr Spannungspotential haben können, wenn es Tanja Kinkel gelungen wäre, ihrem Protagonisten etwas mehr Leben einzuhauchen. So gestalten sich gerade zur Mitte hin die Ermittlungen doch etwas ermüdend und langatmig. Allerdings liefert sie zum Schluss eine wirklich interessante und schlüssige Auflösung über die Hintergründe von Amy Dudleys Tod, die sich durchaus so abgespielt haben könnten.
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Auffallend ist, dass der Roman wieder sehr gut recherchiert ist und sich laut Tanja Kinkel auch eng an die geschichtlichen Ereignisse hält und so treten in dem Roman auch viele historisch bekannte Personen auf.
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Fazit: Ein historischer Kriminalroman, der ein interessantes Thema aufgreift, gut recherchiert ist, allerdings stellenweise langatmig und ungewohnt nüchtern umgesetzt wurde.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (14)
Mit diesem Historienroman, der eigentlich ein Historienkrimi ist, legt uns Tanja Kinkel nun, nach Die Löwin von Aquitanien, Der Puppenspieler, Säulen der Ewigkeit, wieder ein brillantes Werk vor.
Im Schatten der Königin, Elizabeth I, agieren zwei Figuren, Thomas Blount und Kate Ashly, die von der Historie bislang nur wenig beachtet wurden. Der Eine, Vetter und väterlicher Freund von Robert Dudley. Robert Dudley , ein Mann ,der bis heute die Frage aufwirft, ob sein Verhältnis zur Königin fleischlich war. Der verheiratet war und dessen Frau, Amy Robsart , eben am Fuße der Treppe von Cumnor Place zu einem Zeitpunkt gefunden wird, der nicht besonders günstig scheint. Mord oder Unfall, das ist die entscheidende Frage, über die sich Historiker in England bis zum heutigen Zeitpunkt streiten. Thomas Blount erhält nun den Auftrag nach Cumnor Place zu reisen und dort in dem „Todesfall“ zu ermitteln. Dabei ist Thomas Blount auch in eigener Mission unterwegs, denn Tanja Kinkel lässt leise anklingen, dass da mehr war , zwischen Thomas und Amy .
Kate Ashly , ist die ehemalige Gouvernante und jetzige erste Hofdame der Königin. Sie wird getrieben von dem Umstand, dass sie zu einem früheren Zeitpunkt, als Vertraute und Erzieherin der Königin, versagt hat und nun ihren Schützling vor Ungemach beschützen will. Deshalb, gibt sie dem Ermittler einen geheimen Agenten, Frobisher , an die Seite.
Für Fans der Renaissance Zeit und Fans der Tudor, wie sie eben nicht in der gleichnamigen Fernsehserie zu sexgeilen Herrschern degradiert werden, beginnt nun ein Abenteuer. Es werden Menschen lebendig, die den bewanderten Lesern bekannt sind: William Cecil, Gräfin Lennox und Mall Sidney. Es wird ein großer Bogen der Geschichte immer wieder erwähnt und bedacht. Es geht um Schuld, Gefühl, Liebe und Leidenschaft aber auch um Mord, Intrige und Ränkespiel.
Tanja Kinkel hat für dieses Buch außerordentlich gut recherchiert. Dazu erfüllt sie die recherchierten Personen mit Leben. Sie nimmt nicht in Anspruch ein Sachbuch geschrieben zu haben und deshalb hakt es manchmal etwas und leider sind die im Anhang platzierten Stammbäume etwas mangelhaft. Sein wir jedoch ehrlich, der Leser der das Buch liest, weil ihn das Thema ohnehin fesselt, der wird seine Kenntnisse leicht schmunzelnd gedanklich einfließen lassen. Wer das Buch liest, um unterhalten zu werden, dem werden die kleinen Hänger nicht auffallen und sie sind eigentlich auch unwichtig. An den entscheidenden Stellen glänzt die Autorin durch Wissen. Dazu kommt die brillante Ausdrucksweise. Ganz außerordentlich sprechen die Romanfiguren in der Sprache der Renaissance und auch der, der Zeit zugeordneten Sprachlebendigkeit, durch Wortspiele, wird Rechnung getragen.
Das Buch ist spannungsreich, unterhaltend, interessant, sprachlebendig und vor allem : empfehlenswert . Das Hardcover aus dem Hause Droemer kommt schon erwartungsgemäß mit einem zauberhaften und liebevollen Design daher.
Tanja Kinkel, gehört mittlerweile zu meinen beliebtesten Autorinnen. Ich freue mich schon heute auf ihr nächstes Werk.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (15)
Inhalt:
Am 8. September 1560 wird Amy Robsart tot am Fuße einer Treppe aufgefunden. War es ein Unfall, Mord oder gar Selbstmord? Schnell verbreitet sich das Gerücht, ihr Mann Robert Dudley habe sie umbringen lassen, um Königin Elizabeth I. heiraten zu können, mit der er seit Jugendzeiten eng verbunden ist. Dieser Verdacht bringt nicht nur Robert sondern auch Elizabeth in Gefahr, die nach nicht einmal zwei Jahren auf dem Thron noch dabei ist, ihre Stellung zu konsolidieren. So ist beiden daran gelegen, möglichst schnell die Wahrheit über Amys Tod herauszufinden. Doch was geschah wirklich? Welche Geheimnisse hat die Frau, die wie keine andere im Schatten der Königin stand, mit ins Grab genommen?
Meine Meinung:
“Im Schatten der Königin“ ist eine Mischung aus historischem Roman und Krimi, der Fans beider Genres gleichermassen anspricht. Denn auch wenn ich mit Krimis eigentlich nichts anfangen kann, hat mir das Buch recht gut gefallen. Verantwortlich dafür sind allerdings nicht nur die vielen interessanten, historischen Fakten, welche einem dieses Buch vermittelt, sondern auch der unkomplizierte Schreibstil von Tanja Kinkel. Genauso wie die Geschichte rund um den mysteriösen Tod von Amy Robsart, die bis zum Schluss spannend bleibt, auch wenn es zwischenzeitlich ein paar kleinere Hänger gibt. Das grösste Manko des Romans sind meiner Meinung nach jedoch die vielen ähnlich klingenden Namen, die man teilweise kaum auseinanderhalten kann. Daran ändern auch die Stammbäume der einzelnen Geschlechter am Ende des Buches nicht viel.
Fazit:
“Im Schatten der Königin“ ist ein historischer Krimi, der bis zum Ende spannend bleibt, aufgrund der vielen ähnlich klingenden Namen allerdings nicht ganz so einfach zu lesen ist. Allein aufgrund des gelungenen Schreibstils von Tanja Kinkel lohnt sich die Lektüre für Genrefans aber trotzdem.










