Leser-Rezension zu „Gottesopfer” von Tanja Pleva
am 26.08.2010
Der münchener Profiler Sam O'Connor wurde nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche von seinem alten Fall abgezogen, doch bleibt ihm keine Zeit zum Luft holen, denn schon bald wird er, wenn auch unfreiwillig, zu einem neuen Fall bestellt. Und wieder sieht er sich mit der katholischen Kirche, beziehungsweise ihrer Geschichte, konfrontiert: Zwei Frauen wurden wie in der mittelalterlichen Inquisition gefoltert und hingerichtet. Während Sam noch weitgehend im Dunkeln tappt häufen sich europaweit die Opfer und er bekommt zu seiner Unterstützung den jungen Polizisten Juri zur Seite gestellt. Mit dessen Engagement finden sie zwar den gemeinsamen Nenner der Opfer doch der Täter bleibt ihnen weiterhin unbekannt. Die Ereignisse beginnen bald sich zu überschlagen und fordern von Sam, der auch mit privaten Tiefschlägen gezeichnet wird, das Letzte.
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Die Autorin Tanja Pleva hat einen sympathischen Protagonisten erschaffen und ihre Figuren wirken allesamt lebensnah und menschlich. Man leidet mit ihnen, verzeiht ihnen Fehler und kann hier und da über Sam und dessen lebensfrohen Assistenten Juri schmunzeln. Dennoch bleiben dem Leser die grausige Details der Hexenverbrennung und des Exorzismus' nicht erspart. Man bekommt einen Einblick in den Kopf und die Gedankengänge der fanatischen Anhänger Gottes. Informationen über die damalige Vorgehensweise der Kirche ergänzen sich mit Andeutungen über die aktuellen Geschehnisse, die die katholische Kirche in Verruf brachte. Doch auch die andere Seite, die Ansicht der Gläubigen und die Symbolik eines "guten" Gottes wird dargeboten und vertreten. Alles in Allem bietet dieser Thriller eine anschauliche und interessante Symbiose der brisanten Themen der Kirche und Gewalt im Mittelalter und in der heutigen Zeit.
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Die rasante Entwicklung der Geschichte lässt uns als Leser nicht zu Atem kommen, man wagt es nicht, das Buch aus der Hand zu legen. Ich persönlich halte es für ein ausgezeichnetes Erstlingswerk, Tanja Pleva ist ein Name, den ich mir auf jeden Fall merken werde.

