Leser-Rezension zu „Alle Tage” von Terézia Mora
am 21.05.2009
Vorne gelobt von Elke Heidenreich, hinten von der FAZ. Ui. Habe ich zum Glück erst nach dem Kauf gesehen, sonst wäre mir dieses hochinteressante
Leseerlebnis vielleicht entgangen.
Terézia Mora lässt den Leser in 'Alle Tage' am Leben des Abel Nema teilhaben, an seinen Irrungen und Wirrungen am Rande der Gesellschaft in einer nicht namentlich genannten deutschen Großstadt, die eigentlich nicht seine Heimat ist.
Die Autorin springt dabei fleißig zwischen verschiedenen Erzählperspektiven hin und her, mitunter sogar absatzweise, und vermischt dabei auch gerne mal Gesagtes mit Gedachtem mit Gesehenem, gut durchgerührt und serviert in Form vieler einfallsreicher Formulierungen. Das Leseerlebnis wird dadurch nicht wirklich einfacher, aber dafür um so interessanter. Mitunter erfordert es aber doch ein wenig Konzentration, am Ball zu bleiben. Wer also mit einem gepflegtem Erzähldurcheinander nichts anzufangen weiß, sollte vielleicht vor dem Kauf leiber erst mal ein paar Seiten hineinlesen.
Mir hat es gefallen, nur gegen Ende fand ich einige Seiten dann doch gaaanz schön wirr, allerdings nicht wirr genug, um meinen Gesamteindruck des Buches nachhaltig negativ zu beeinflussen.
Zusammen mit Titeln von Norbert Zähringer und Georg Klein zählt Alle Tage in Sachen Schreibstil auf jeden Fall zu den abgefahrensten und interessantesten Büchern, die ich mir im Laufe des letzten Jahres zu Gemüte geführt habe. Und bleibt bestimmt nicht das letzte von Terézia Mora im Laufe des kommenden Jahres.

