Leser-Rezension zu „Der Zeitdieb” von Terry Pratchett

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Verfasst von Leserrezension_2009
am 31.08.2009
 

In der Scheibenwelt geht es mal wieder rund - so rund wie es in einer Scheibenwelt nur rund gehen kann! Grund dafür sind die grauen Revisoren die Ordnung auf der Welt schaffen wollen. Der leicht wahnsinnige Jeremy, ein Findelkind der Uhrmachergilde und Genie aller Uhren bekommt von ihnen den Auftrag eine gläserne Uhr zu bauen, um die Zeit anzuhalten und so mit zu helfen, endlich das Chaos aus der Welt zu schaffen. Ganz in seinem Element macht sich Jeremy mit der Unterstützung seines Assistenten Igor und Lady LeJean ans Werk. Doch dieses Vorhaben ruft so einige seltsame Kreaturen auf den Plan:
Da wäre zum einen TOD himself, der die anderen vier (!) apokalyptischen Reiter dazu bewegen will, wieder auf ihre Pferde zu steigen um den nahenden Weltuntergang anzukündigen, mit allem Drum und Dran, wie es sich eben gehört. Aber diese sind schon zu vermenschlicht und haben eigentlich so gar keine Lust (oder Erlaubnis ihrer Frau), wieder auszureiten. Sympathisch, ein wenig tollpatschig aber immer sehr unterhaltsam macht sich Gevatter TOD ans Werk.
Doch nicht nur TOD hat eine Mission. Der 800 jährige Mönch und Kehrer Lu-Tze hat etwas gegen den Untergang der Welt und tritt mit seinem neuen Schüler Lobgesang, ein Findelkind der Diebesgilde gegen die Bedrohung der Welt an. Noch ahnt niemand, wie viel Macht Lobgesang über die Zeit hat. Welche Verantwortung auf seinen Schultern ruht, wie wichtig Lobgesang noch für die Rettung der Welt sein wird. Und welches Geheimnis er mit Jeremy teilt. Mit viel List, Einfallsreichtum und gespeicherter Zeit wandern sie nach Ankh Morpork (wohin auch sonst?) und bekommen dort überraschende Hilfe von TODs Enkelin Susanne, einer kleinen, zickigen Person, die es in sich hat. Nicht nur, dass sie durch Mauern gehen kann. Nein, sie kann sich auch in der angehaltenen Zeit bewegen. In Ankh Morpork kommt es schliesslich zum großen Showdown, bei dem das ein oder andere Geheimnis gelüftet wird.

Der Anfang ist ein wenig zäh und verwirrend geschrieben.
Der Roman fängt mit der etwas difusen Legende von Wen an und wechselt schnell zu TODs Reich und dann zu Jeremys Uhrenladen. Am Anfang weiss man einfach nicht so recht, wie die einzelnen Strange zueinander passen sollen, was meiner Meinung nach klarer wird, wenn man zu den Mönchen kommt und Lu-Tze kennen lernt. Hier werden die Geheimnisse der Zeit aufgeklärt und man erkennt die Logik der Geschichte. Hat man den Anfang gemeistert, erlebt man Pratchetts Scheibenwelt mit seinem typischen Witz,seiner Spritzigkeit und seinem Einfallsreichtum. Wie immer machen die Kleinigkeiten die Romane liebenswürdig. Zum Beispiel, dass man die Zeit auch speichern und diese dann an einen Ort schicken kann, an dem sie wichtiger wäre (für was braucht ein Stein auch Zeit!?) Und was hat Schokolade mit dem Tod der Revisoren zu tun, sobald sie einen menschlichen Körper besitzen? Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber diese Lösung hat mir besonderns gut gefallen.
Alleine schon, dass TOD wieder mit von der Partie ist, macht das Buch urkomisch und lesenswert. Das es zu einem Bruch der apokalyitschen Reiter kommt und TOD sie erstmal wieder zusammen trommeln muss, fand ich herrlich. Man kam sich vor wie bei einer verstrittenen Boyband mit ganz vielen Diven. Die tragische Rolle der Geschichte übernehmen die zwei neuen Charakteren Jeremy und Lobgesang, deren Geheimnis (welches ich hier nicht verraten möchte) man jedoch sehr schnell erahnen kann.
Einer der besten Scheibenweltromane und absolut empfehlenswert für alle, die gerne Phantasy mit einer großen Portion Witz und gute Unterhaltung mögen.

Die Rezension hat Jennifer G. eingereicht.

 

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Terry Pratchett

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